219 Gramm, 6.000 mAh Akku, 200-Megapixel-Leica-Kamera mit echtem Teleobjektiv und trotzdem nur 5,02 Millimeter dünn, wenn es geöffnet ist: Das Xiaomi 18 Fold liest sich fast wie eine Liste der Dinge, bei denen Foldables normalerweise Kompromisse machen müssen. Xiaomi versucht bei seinem neuen faltbaren Flaggschiff genau diese Kompromisse möglichst weit zu vermeiden.
Das 18 Fold schlägt außerdem eine neue Richtung ein. Statt des langen, schmalen Buchformats früherer Foldables setzt Xiaomi auf ein kurzes und breites Gehäuse im Stil eines kleinen Reisepasses. Außen stehen 5,38 Zoll zur Verfügung, geöffnet wächst die Fläche auf 7,58 Zoll. Im Inneren debütiert außerdem der selbst entwickelte XRing O3 – ein Chip, mit dem Xiaomi seine Abhängigkeit von Qualcomm und MediaTek weiter reduzieren möchte.
Das Problem für deutsche Interessenten: Das Xiaomi 18 Fold wird bislang nur in China verkauft. Ein offizieller Deutschland- oder Europa-Start ist aktuell nicht angekündigt. Und bei einem Foldable dieser Preisklasse sollte man einen Import nicht allein nach dem Datenblatt beurteilen.
Das Wichtigste zum Xiaomi 18 Fold
- Displays: 5,38 Zoll außen und 7,58 Zoll innen, LTPO OLED mit 1–120 Hz.
- Gewicht: nur 219 Gramm.
- Dicke: 10,68 mm geschlossen und 5,02 mm geöffnet.
- Prozessor: neuer Xiaomi XRing O3 im 3-nm-Verfahren.
- Kamera: Leica-Triple-Kamera mit 200 MP Hauptkamera, 50 MP Ultraweitwinkel und 50 MP Periskop-Tele mit 3,5x optischem Zoom.
- Akku: 6.000 mAh Silizium-Kohlenstoff.
- Laden: 67 W per Kabel und 50 W kabellos.
- Speicher: bis 16 GB RAM und 1 TB; Topmodell nutzt LPDDR6.
- Preis: in China ab 10.999 Yuan.
- Deutschland: bislang kein bestätigter Verkaufsstart.
Xiaomi 18 Fold: Die wichtigsten technischen Daten
Ein Foldable im Reisepass-Format
Beim Format folgt Xiaomi nicht einfach den bisherigen langen Fold-Geräten. Geschlossen ist das 18 Fold nur 117,8 Millimeter hoch, dafür 83,6 Millimeter breit. Es wirkt dadurch fast quadratisch und erinnert eher an einen kleinen Reisepass als an ein klassisches Smartphone.
Das klingt zunächst ungewohnt, ergibt beim Öffnen aber Sinn. Das Innendisplay landet in einem sehr breiten Format, das besser zu Webseiten, Dokumenten, Fotos und zwei oder drei Apps nebeneinander passt als ein extrem hohes Display. Reuters berichtet, dass Xiaomi beim geöffneten Gerät sogar drei Apps gleichzeitig darstellen kann.[1]
Mit 219 Gramm ist das Ganze erstaunlich leicht. Zum Vergleich: Das neue iPhone 18 Pro Max liegt bereits in einer ähnlichen Gewichtsklasse, ohne sich auf 7,58 Zoll aufklappen zu lassen.
Zwei LTPO-OLEDs mit bis zu 120 Hz
Außen verbaut Xiaomi ein 5,38-Zoll-OLED mit 1.712 × 1.168 Pixeln, innen stehen 7,58 Zoll mit 2.364 × 1.672 Pixeln zur Verfügung. Beide Panels passen ihre Bildrate zwischen 1 und 120 Hz an und werden mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 4.000 Nits beworben.[2]
Die 4.000 Nits sind eine Peak-Angabe unter bestimmten Bedingungen und nicht mit einer dauerhaft vollflächigen Helligkeit gleichzusetzen. Für den Vergleich mit anderen Smartphones sind unabhängige Messungen deshalb wichtiger als der höchste Wert im Datenblatt.
Erste Hands-ons beschreiben die Displayfalte weiterhin als sichtbar. Xiaomi hat das physikalische Grundproblem eines faltbaren OLEDs also nicht verschwinden lassen. Wie störend sie im Alltag wirkt und wie sich das neue doppellagige UTG über Monate verhält, lässt sich noch nicht seriös beurteilen.

XRing O3: Xiaomi baut sein eigenes Silicon-Flaggschiff
Das 18 Fold ist das erste Smartphone mit dem neuen XRing O3. Der Chip wird im 3-nm-Verfahren produziert und besitzt zehn CPU-Kerne. Xiaomi kombiniert zwei besonders schnelle C1-Ultra-Kerne mit vier C1-Premium- und vier C1-Pro-Kernen. Hinzu kommt eine 16-Core-GPU auf Basis der neuen Arm-G2-Ultra-NX-Architektur.
Gerade die Topversion ist interessant: Sie kombiniert 16 GB LPDDR6 mit 1 TB UFS-4.1-Speicher. Die kleineren Varianten verwenden LPDDR5X. Xiaomi setzt außerdem auf eine eigene NPU und positioniert den O3 stark für lokale KI-Verarbeitung.[2]
Das ist strategisch fast spannender als ein weiterer Benchmarkrekord. Apple entwickelt seine A-Chips seit Jahren selbst, Samsung und Google verfolgen ebenfalls eigene beziehungsweise angepasste Plattformen. Xiaomi möchte nun deutlich mehr Kerntechnologie im eigenen Haus kontrollieren.
Trotzdem gilt: Ein neuer Chip muss sich erst beweisen. Dauerleistung, Modemqualität, Wärmeentwicklung, Spielekompatibilität und Energieeffizienz lassen sich nicht aus CPU-Kernen und TOPS-Zahlen ableiten.
Endlich ein Foldable ohne offensichtlichen Kamera-Kompromiss?
Viele Foldables werden beim Kamerasystem ausgerechnet dort abgespeckt, wo klassische Flaggschiffe besonders stark sind. Xiaomi macht beim 18 Fold das Gegenteil.
Die Leica-Triple-Kamera besteht aus einer 200-Megapixel-Hauptkamera, einem 50-MP-Ultraweitwinkel und einem 50-MP-Periskop-Tele mit 3,5-fachem optischem Zoom. Die Hauptkamera arbeitet nach den veröffentlichten Spezifikationen mit optischer Bildstabilisierung; auch das Tele ist stabilisiert.[2]
Damit wirkt das 18 Fold kameraseitig vollständiger als viele dünne Foldables. Das zeigt sich auch im direkten Vergleich mit Apples erstem faltbaren iPhone: Das iPhone Duo verzichtet auf ein separates Teleobjektiv.
200 Megapixel bedeuten aber nicht automatisch die beste Smartphone-Kamera. Sensorgröße, Objektiv, Bildverarbeitung, HDR, Hauttöne, Fokus und Videoqualität entscheiden genauso. Xiaomi gewinnt deshalb zunächst die Ausstattungsrunde, nicht automatisch den späteren Kameratest.

6.000 mAh in einem 5,02 Millimeter dünnen Foldable
Der zweite große Angriffspunkt ist der Akku. Xiaomi bringt eine 6.000-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Batterie im nur 219 Gramm schweren Gehäuse unter. Die höhere Energiedichte dieser Zellchemie macht größere Kapazitäten bei begrenztem Platz möglich.
Geladen wird mit bis zu 67 Watt über USB-C und bis zu 50 Watt kabellos. Damit liegt Xiaomi zumindest nominell deutlich über vielen anderen Foldables. Gerade bei einem großen Innendisplay ist das ein sinnvollerer Wettbewerb als noch mehr Spitzenhelligkeit.
Ob die 6.000 mAh tatsächlich zu außergewöhnlicher Laufzeit führen, hängt auch vom XRing O3 und der Displayeffizienz ab. Hier sind unabhängige Laufzeittests besonders spannend.
HyperOS und drei Apps gleichzeitig
Xiaomi liefert das 18 Fold mit HyperOS aus und passt die Oberfläche an das breite Innendisplay an. Split-Screen, schwebende Fenster und mehrere gleichzeitig sichtbare Apps gehören zum Konzept. Reuters nennt bis zu drei parallel dargestellte Anwendungen.
Bei einem Foldable ist das wichtiger als irgendein einzelnes KI-Gimmick. Das große Display muss im Alltag einen Grund liefern, warum man das Gerät überhaupt öffnet. Dokument neben E-Mail, Browser neben Notizen oder Karte neben Reiseplanung sind genau die Szenarien, die das Format rechtfertigen.
Bei der zugrunde liegenden Android-Version kursieren derzeit unterschiedliche Angaben in Datenbanken und Sekundärquellen. Solange Xiaomis international zugängliche Dokumentation das nicht eindeutig ausweist, würde ich im Beitrag keine konkrete Android-Versionsnummer als gesichert darstellen.
Scharnier und IP-Schutz: Bei den Angaben genau hinsehen
Xiaomi verwendet eine neue Generation des eigenen Scharniers sowie Aluminium der 7er-Serie und ein doppellagiges Ultra Thin Glass für das Innendisplay. Die Konstruktion soll gleichzeitig dünner und widerstandsfähiger werden.
Bei der IP-Klassifizierung gibt es derzeit allerdings widersprüchliche Angaben in aktuellen Berichten. Einige Quellen nennen IP58/IP59 beziehungsweise andere Schutzangaben, andere Hands-ons sprechen davon, dass keine klare IP-Klassifizierung kommuniziert wurde.
Deshalb führen wir aktuell bewusst keine konkrete IP-Klasse als gesicherte Spezifikation. Sobald Xiaomi sie in einer eindeutig zugänglichen offiziellen Produktdokumentation für das Seriengerät bestätigt, kann dieser Punkt aktualisiert werden.
Xiaomi 18 Fold kostet in China ab 10.999 Yuan
Eine einfache Umrechnung in Euro ergibt zwar grob einen Einstieg irgendwo um 1.400 bis 1.500 Euro, daraus wird aber keine deutsche UVP. Steuern, Vertrieb, Garantie, regionale Ausstattung und Xiaomis europäische Preisgestaltung können den Endpreis deutlich verändern.
Kommt das Xiaomi 18 Fold nach Deutschland?
Aktuell gibt es keine bestätigte deutsche Veröffentlichung. Das Gerät wurde zunächst für China angekündigt und wird dort seit dem 10. September verkauft. Auch ein konkreter europäischer Preis fehlt.[3]
Das ist etwas schade, denn Xiaomi hat das 18 Fold rund um die IFA 2026 auch international sichtbar gemacht. Gerade deshalb dürfte die Frage nach einem Deutschland-Start in den nächsten Wochen häufig gesucht werden.
Mehr zu Xiaomis Messeauftritt und den wichtigsten Neuheiten aus Berlin findest du in unserem großen IFA-2026-Abschlussbericht mit Highlights, Gewinnern und Flops.
Sollte man das Xiaomi 18 Fold aus China importieren?
Bei einem 300-Euro-Smartphone kann man über einen Import experimentieren. Bei einem hochpreisigen Foldable wäre ich erheblich vorsichtiger. Neben Mobilfunkfrequenzen und eSIM gehören Google-Dienste, Android Auto, Banking-Apps, regionale KI-Funktionen und Sprache auf die Prüfliste.
Noch wichtiger sind Garantie und Reparatur. Ein faltbares Innendisplay oder Scharnier ist eines der teuersten Bauteile eines modernen Smartphones. Wenn das Gerät für Reparatur oder Garantieabwicklung zurück nach China muss, relativiert sich ein vermeintlicher Preisvorteil schnell.
Wer das Format grundsätzlich spannend findet, aber offiziell in Deutschland kaufen möchte, sollte außerdem Apples neues Foldable und Samsungs aktuelle Modelle im Blick behalten. Wie sich Apples normale Pro-Modelle technisch schlagen, zeigen wir separat im ausführlichen Beitrag zum iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max. Die Entwicklung hin zum ersten Apple-Foldable haben wir zuvor bereits in unserem Apple-Event-Artikel verfolgt.
Fazit: Eines der spannendsten Foldables 2026 – das man hier noch nicht kaufen kann
Das Xiaomi 18 Fold löst auf dem Papier erstaunlich viele typische Foldable-Probleme gleichzeitig. Es ist mit 219 Gramm leicht, geöffnet nur 5,02 Millimeter dünn, besitzt einen riesigen 6.000-mAh-Akku und verzichtet trotzdem nicht auf eine echte Triple-Kamera mit Teleobjektiv. Der neue XRing O3 macht das Gerät auch technologisch zu einem wichtigen Produkt für Xiaomi.
Genau deshalb wäre ein offizieller Europa-Start interessant. Solange der fehlt, bleibt das 18 Fold für deutsche Nutzer vor allem ein beeindruckendes Technik-Statement. Einen teuren China-Import würde ich erst dann erwägen, wenn Netzkompatibilität, Software, Reparaturweg und Garantie im konkreten Fall geklärt sind.
Wenn Xiaomi dieses Paket offiziell nach Deutschland bringt und den Preis halbwegs in der Nähe der chinesischen Positionierung hält, könnte das 18 Fold zu einem der interessantesten Foldables des Jahres werden. Bis dahin gewinnt es viele Datenblattvergleiche – aber noch keine deutsche Kaufempfehlung.
Häufige Fragen zum Xiaomi 18 Fold
Wie viel kostet das Xiaomi 18 Fold?
In China startet es mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher bei 10.999 Yuan. Die reguläre 1-TB-Version kostet 14.999 Yuan, die Ceramic Special Edition 15.999 Yuan.
Wann erscheint das Xiaomi 18 Fold in Deutschland?
Ein offizieller deutscher beziehungsweise europäischer Verkaufsstart ist aktuell nicht bestätigt.
Wie groß ist das Display?
Das Außendisplay misst 5,38 Zoll, das faltbare Innendisplay 7,58 Zoll. Beide unterstützen LTPO und bis zu 120 Hz.
Welchen Prozessor verwendet Xiaomi?
Das 18 Fold ist das erste Smartphone mit Xiaomis neuem XRing O3, einem selbst entwickelten 3-nm-Chip mit zehn CPU-Kernen.
Wie groß ist der Akku?
Xiaomi verbaut einen 6.000-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Akku.
Wie schnell lädt es?
Bis zu 67 Watt kabelgebunden und 50 Watt kabellos.
Hat das Xiaomi 18 Fold eine Telekamera?
Ja. Neben 200-MP-Hauptkamera und 50-MP-Ultraweitwinkel gibt es eine 50-MP-Periskopkamera mit 3,5-fachem optischem Zoom.
Ist das Xiaomi 18 Fold wasserdicht?
Aktuelle Sekundärquellen nennen unterschiedliche Schutzklassen. Deshalb behandeln wir derzeit keine konkrete IP-Klassifizierung als zweifelsfrei bestätigt und würden vor einem Kauf Xiaomis aktuelle Produktunterlagen prüfen.
Lohnt sich ein China-Import?
Nur für erfahrene Nutzer, die Mobilfunkunterstützung, Software, Google-Dienste, Garantie und Reparaturweg vorher prüfen. Bei einem teuren Foldable ist ein Import deutlich riskanter als bei einem gewöhnlichen Smartphone.
- Reuters: Xiaomi und Huawei stellen neue Foldables vor, 7. September 2026.
- ComputerBase: Xiaomi 18 Fold mit XRing O3, Kamera, Akku und Displays, 8. September 2026; Quelle der technischen Daten: Xiaomi.
- IT之家: Verkaufsstart und offizielle China-Preise des Xiaomi 18 Fold, 10. September 2026.
- The Verge: Xiaomi 18 Fold Hands-on, September 2026.
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