Seit dem 23. Oktober ist das iPhone Duo regulär erhältlich. Damit müssen wir bei Apples erstem Foldable nicht mehr über Hands-on-Eindrücke und Datenblätter spekulieren. Mehrere Redaktionen haben das Gerät inzwischen eine Woche im Alltag benutzt, und iFixit hat es sogar komplett zerlegt.

Das Ergebnis ist spannender als ein einfaches „gut“ oder „schlecht“. Apple hat offenbar einige klassische Foldable-Probleme erstaunlich gut gelöst. Gleichzeitig zeigen die ersten Tests ziemlich deutlich, wo die erste Generation noch unfertig wirkt.

Wer gerade 2.299 Euro oder mehr ausgeben möchte, sollte diese sieben Punkte kennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das iPhone Duo ist seit 23. Oktober erhältlich.
  • Die ersten Tests loben Scharnier, Performance und das kaum sichtbare Displayknick.
  • Viele Drittanbieter-Apps sind noch nicht sauber an das große Display angepasst.
  • Das äußere 5,4-Zoll-Display wirkt bei manchen Apps ungewöhnlich eng.
  • 254 Gramm sind für ein Smartphone sehr viel.
  • Eine echte Telekamera fehlt trotz mindestens 2.299 Euro Kaufpreis.
  • Touch ID funktioniert gut, wird von mehreren Testern aber als Rückschritt gegenüber Face ID empfunden.
  • iFixit sieht mögliche Schwachstellen im komplexen Scharnier und bewertet die Reparierbarkeit mit 5 von 10 Punkten.

1. Viele Apps sind noch nicht für das Duo optimiert

Apple selbst hat iOS und die eigenen Apps sehr konsequent an das große 7,6-Zoll-Display angepasst. Bei Drittanbietern sieht es vier Tage nach dem Verkaufsstart noch deutlich gemischter aus.

In unabhängigen Tests fallen unter anderem Gmail und LinkedIn durch ungünstige Skalierung auf. Einige Apps werden einfach breitgezogen, andere schweben mit ungenutzten Flächen auf dem Display. Bei Spielen können einzelne Funktionen sogar auf dem inneren Display anders reagieren als außen.

Das ist kein dauerhafter Hardwarefehler. Entwickler können ihre Apps anpassen, und genau das dürfte in den kommenden Monaten passieren.

Für ein Gerät ab 2.299 Euro bleibt es trotzdem ein Punkt, den man heute tatsächlich merkt.

2. Das 5,4-Zoll-Außendisplay ist nicht für jede App ideal

Das äußere Display ist bewusst kompakt und relativ breit. Dadurch fühlt sich das geschlossene Duo eher wie ein sehr kleines iPhone als wie ein schmales Foldable an.

Das gefällt nicht jedem Tester.

Besonders Webseiten und Apps mit vielen Bedienelementen können gedrängt wirken. Apples vertikale Status- und Dock-Leiste nimmt zusätzlich Platz am Rand ein.

Der Vorteil ist die Hosentaschentauglichkeit. Der Nachteil ist, dass man häufiger als bei einem normalen iPhone aufklappen möchte.

3. 254 Gramm sind auf Dauer schwer

Mit 254 Gramm ist das Duo schwerer als viele aktuelle Smartphones und deutlich schwerer als Samsungs Galaxy Z Fold8.

Beim kurzen Ausprobieren im Apple Store fällt das weniger auf. Wer das Gerät eine Stunde liest, navigiert oder einhändig benutzt, merkt das Gewicht eher.

Mehrere Tester loben deshalb zwar die kompakte Grundfläche, wünschen sich für eine zweite Generation aber weniger Gewicht und Dicke.

4. Für 2.299 Euro fehlt eine echte Telekamera

Das Duo besitzt zwei starke 48-Megapixel-Kameras für Weitwinkel und Ultraweitwinkel. Eine echte Telekamera gibt es nicht.

Apple bietet einen 2x-Ausschnitt aus dem Hauptsensor an. Das ist brauchbar, ersetzt für größere Entfernungen aber kein optisches Teleobjektiv.

Genau hier wird der Vergleich mit dem günstigeren iPhone 18 Pro Max unangenehm. Wer vor allem maximale Kameraqualität sucht, bekommt dort das vollständigere System.

Unsere ursprüngliche Kaufberatung zum iPhone Duo kaufen oder warten bleibt deshalb in diesem Punkt aktuell.

5. Touch ID funktioniert gut, ist aber gewöhnungsbedürftig

Apple verwendet Touch ID in der Seitentaste und verzichtet vollständig auf Face ID.

Technisch ist das nachvollziehbar. Ein Fingerabdrucksensor funktioniert unabhängig davon, ob das Duo geöffnet, geschlossen oder gedreht ist.

Im Alltag merkt man trotzdem, wie selbstverständlich Face ID bei normalen iPhones geworden ist. Mehrere Tester empfehlen sogar, verschiedene Finger zu registrieren, weil sich die Position der Taste je nach Haltung verändert.

Das ist kein Drama. Bei einem 2.299-Euro-Gerät ist es aber ein Kompromiss.

6. Die Nanotextur versteckt die Falte, verändert aber das Bild

Hier hat Apple einen cleveren Ansatz gefunden. Die matte Nanotextur des Innendisplays streut Reflexionen und macht die typische Foldable-Falte deutlich weniger sichtbar.

Mehrere Tests beschreiben sie als kaum auffällig. Ganz verschwunden ist sie nicht und lässt sich weiterhin ertasten.

Die matte Oberfläche hat gleichzeitig einen Nebeneffekt. OLED-Schwarz und Farben wirken bei manchen Inhalten etwas weniger satt als auf einem glänzenden Display.

Apple löst also ein Problem teilweise, indem es einen anderen visuellen Kompromiss eingeht.

Inneres 7,6 Zoll Display des iPhone Duo
Bild: Apple

7. iFixit findet mögliche Schwachstellen im Scharnier

Der bislang interessanteste Langzeithinweis kommt vom iFixit-Teardown vom 26. Oktober.

Das Duo erreicht dort 5 von 10 Punkten bei der Reparierbarkeit. Das ist für ein Foldable vergleichsweise ordentlich.

Gleichzeitig fand iFixit bei der Untersuchung Hinweise darauf, warum es bei einzelnen Geräten Berichte über beschädigte Scharniere beziehungsweise Displays geben könnte. Der komplexe Mechanismus könnte in bestimmten Situationen nicht vollständig in seine vorgesehene Position absinken. Ein darüber verlaufendes flexibles Kabel und Druckpunkte nahe der Batterie könnten dabei eine Rolle spielen.

Das ist noch kein Beleg für ein grundsätzliches Serienproblem. Genau deshalb sollte man die Beobachtung auch nicht dramatisieren.

Für die erste Generation eines neuen 2.299-Euro-Formfaktors ist es aber etwas, das wir in den kommenden Monaten beobachten würden.

Was Apple erstaunlich gut gelöst hat

Trotz dieser Kritikpunkte fallen die ersten Testurteile insgesamt nicht schlecht aus.

Der A20 Pro ist extrem schnell, das Scharnier wird überwiegend gelobt und die Falte des Innendisplays ist weniger sichtbar als bei vielen Konkurrenten.

Auch die Akkulaufzeit fällt in mehreren Tests besser aus, als man bei einem Gerät mit zwei Displays erwarten könnte. Je nach Testmethodik werden rund 13 bis 14 Stunden gemischte Nutzung erreicht.

Hinzu kommt die Software. Wenn eine App bereits angepasst wurde, zeigt sich, warum Apple überhaupt ein faltbares iPhone gebaut hat. Zwei Apps nebeneinander, spezielle Ansichten und die unterschiedlichen Gerätepositionen sind mehr als ein reiner Showeffekt.

Unsere Empfehlung nach den ersten echten Tests

Unsere Einschätzung vom Vorbestellstart verändert sich nur teilweise.

Das iPhone Duo ist kein misslungenes Experiment. Im Gegenteil: Apple hat erstaunlich viele Foldable-Probleme bereits in Generation eins ordentlich gelöst.

2.299 Euro bleiben trotzdem ein enormer Preis für ein Gerät, dessen App-Ökosystem gerade erst entsteht und bei dem Langzeiterfahrungen zu Scharnier und flexiblem Display naturgemäß fehlen.

Wer genau diese Kombination aus iPhone und kleinem Tablet möchte, bekommt aktuell etwas Einzigartiges. Wer einfach das beste iPhone sucht, sollte weiterhin zum iPhone 18 Pro Max schauen.

Alle technischen Daten findest du in unserem großen iPhone-Duo-Überblick. Den direkten Vergleich mit der Foldable-Konkurrenz gibt es in iPhone Duo vs. Galaxy Z Fold8 vs. Xiaomi 18 Fold.

Geöffnetes Apple iPhone Duo

Aktuelle Generation

Apple iPhone Duo

Apples erstes Foldable mit 5,4-Zoll-Außendisplay, 7,6-Zoll-Innendisplay und A20 Pro. Preisreferenz: ab 2.299 Euro.

iPhone Duo ansehen

Häufige Fragen zum iPhone Duo nach dem Verkaufsstart

Ist die Displayfalte sichtbar?

Ja, sie existiert weiterhin. Durch die matte Nanotextur fällt sie laut mehreren unabhängigen Tests aber deutlich weniger auf als bei vielen anderen Foldables.

Wie gut ist der Akku?

Die ersten Tests liegen grob im Bereich eines normalen Nutzungstags. Ergebnisse variieren je nach Testverfahren, liegen aber häufig um 13 bis 14 Stunden.

Sind alle Apps angepasst?

Nein. Apples Apps sind gut angepasst, bei Drittanbieter-Apps gibt es weiterhin uneinheitliche Layouts und einzelne Funktionsprobleme.

Hat das Duo eine Telekamera?

Nein. Es gibt eine Haupt- und eine Ultraweitwinkelkamera sowie einen digitalen beziehungsweise Sensor-basierten 2x-Ausschnitt.

Gibt es Probleme mit dem Scharnier?

Es gibt einzelne Berichte und iFixit hat mögliche mechanische Schwachstellen identifiziert. Aktuell gibt es aber keine belastbare Grundlage, von einem generellen Serienfehler auszugehen.

Würden wir es jetzt kaufen?

Nur wenn das faltbare Konzept selbst der Hauptgrund für den Kauf ist. Für Kamera, Preis-Leistung und einen möglichst unkomplizierten Alltag bleibt das iPhone 18 Pro Max die vernünftigere Wahl.

Quellen und Stand

  1. Apple Deutschland: iPhone Duo, technische Daten und Produktinformationen.
  2. The Verge: iPhone Duo Review, 21. Oktober 2026.
  3. Engadget: Apple iPhone Duo Review, Oktober 2026.
  4. Tom’s Guide: iPhone Duo Review und Zusammenfassung mehrerer internationaler Tests, Oktober 2026.
  5. TechRadar: Apple iPhone Duo Review, 21. Oktober 2026.
  6. iFixit / The Verge: iPhone Duo Teardown und Reparierbarkeit, 26. Oktober 2026.

Informationsstand: 27. Oktober 2026, 13:46 Uhr.