Das iPhone Fold heißt tatsächlich iPhone Duo. Nach Jahren voller Gerüchte hat Apple sein erstes faltbares Smartphone offiziell vorgestellt – und macht daraus nicht einfach ein iPhone mit Scharnier. Geschlossen ist das Duo ein ungewöhnlich kompaktes iPhone mit 5,4-Zoll-Display, geöffnet wächst die Arbeitsfläche auf 7,6 Zoll und wird damit größer als bei jedem bisherigen iPhone.
Apple verlangt dafür allerdings einen Preis, bei dem das Gerät mindestens genauso deutlich aus der bisherigen iPhone-Reihe herausragt: In Deutschland startet das iPhone Duo mit 256 GB bei 2.299 Euro. Mit 2 TB Speicher werden sogar 3.799 Euro fällig. Vorbestellungen beginnen am 16. Oktober um 14 Uhr, ausgeliefert wird ab dem 23. Oktober 2026.[1]
Die spannendere Frage ist deshalb nicht mehr, ob Apple ein Foldable baut. Sondern ob ausgerechnet Apple die Probleme lösen konnte, an denen faltbare Smartphones seit Jahren arbeiten: sichtbare Falte, Dicke, Akkulaufzeit, Software und die Frage, ob man das große Innendisplay nach der ersten Woche überhaupt noch regelmäßig nutzt.
Das Wichtigste zum iPhone Duo
- Preis: ab 2.299 Euro mit 256 GB.
- Release: Vorbestellung ab 16. Oktober, Verkaufsstart am 23. Oktober 2026.
- Displays: 5,4 Zoll außen und 7,6 Zoll innen, jeweils OLED, ProMotion bis 120 Hz und bis zu 3.000 Nits im Freien.
- Gewicht: 254 Gramm.
- Dicke: geöffnet 5,2 mm, geschlossen 11,3 mm.
- Chip: A20 Pro wie im iPhone 18 Pro.
- Kameras: 48-MP-Hauptkamera und 48-MP-Ultraweitwinkel; kein separates Teleobjektiv.
- Biometrie: Touch ID in der Seitentaste statt Face ID.
- Apple Pencil: Unterstützung für den Apple Pencil USB-C folgt später im Jahr.
- SIM: ausschließlich eSIM, auch in Deutschland.
iPhone Duo: Deutsche Preise und Release
Apple bietet das Duo in Sternenweiß und Nachthimmel an. Vorbestellungen starten in Deutschland am Freitag, 16. Oktober um 14 Uhr MESZ. Eine Woche später, am 23. Oktober, beginnt die Auslieferung und das Gerät kommt in die Stores.[1]
Das macht das Duo zum teuersten regulären iPhone, das Apple bislang verkauft hat. Selbst das iPhone 18 Pro Max startet erheblich darunter. Wer das Duo kauft, bezahlt deshalb nicht einfach für etwas mehr Displayfläche, sondern vor allem für die erste Generation einer völlig neuen Apple-Geräteklasse.
Geschlossen kompakt, geöffnet größer als jedes iPhone
Geschlossen misst das äußere OLED-Display 5,4 Zoll. Apple sagt, es biete trotzdem rund 90 Prozent der Displayfläche eines iPhone 18 Pro, weil das Seitenverhältnis breiter ausfällt. Geöffnet entsteht eine 7,6 Zoll große Arbeitsfläche mit 1.878 × 2.670 Pixeln. Beide Displays unterstützen ProMotion mit bis zu 120 Hz, Always-On, HDR und bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit im Freien.[2]

Das Innendisplay erhält zusätzlich eine Nanotexturbeschichtung. Sie reduziert Reflexionen und soll gleichzeitig die sichtbare Falte in der Displaymitte weniger auffällig machen. Apple bringt damit eine Idee, die man bislang eher von matten iPad- oder Mac-Displays kennt, auf ein faltbares Smartphone.
Mit 254 Gramm ist das Duo allerdings kein Leichtgewicht. Geöffnet misst es nur 5,2 Millimeter, geschlossen werden daraus 11,3 Millimeter. Es ist damit im geöffneten Zustand extrem dünn, in der Hosentasche aber weiterhin deutlich dicker als ein normales iPhone.
Ist die Falte beim iPhone Duo wirklich verschwunden?
Apple formuliert vorsichtig und spricht davon, dass die Nanotextur die Falte optisch minimiert. Erste Hands-ons bestätigen genau dieses Bild: Die Falz ist weiterhin vorhanden, soll aber deutlich weniger sichtbar und fühlbar sein als bei vielen bisherigen Foldables.

The Verge beschreibt sie als nahezu unsichtbar, MacRumors als weiterhin vorhanden, aber nur schwer wahrnehmbar. Das ist ein wichtiger Unterschied. Apple hat die Physik eines faltbaren OLEDs nicht abgeschafft, scheint die optische Wirkung aber sehr stark reduziert zu haben.[3]
Ob die Oberfläche nach Monaten und tausenden Faltvorgängen genauso aussieht, kann ein Hands-on am Tag der Vorstellung naturgemäß nicht beantworten. Gerade bei einem 2.299-Euro-Gerät bleibt die langfristige Haltbarkeit deshalb einer der wichtigsten Punkte für einen späteren Test.
iOS 27.1: Zwei Apps gleichzeitig auf einem iPhone
Das große Display wäre wenig wert, wenn iOS lediglich eine normale iPhone-App auf doppelte Breite ziehen würde. Apple hat iOS 27 deshalb speziell für das Duo angepasst. Im geöffneten Zustand können erstmals auf einem iPhone zwei Apps über Split View wirklich nebeneinander laufen. Auch zwei Fenster derselben App sind möglich, etwa zwei Safari-Seiten für einen direkten Vergleich.

App-Paare lassen sich speichern und später gemeinsam öffnen. Apple-Apps sind bereits angepasst, und Apple nennt unter anderem Netflix, Zoom und Slack als Drittanbieter, die das große Display gezielt nutzen. Das Duo kann außerdem teilweise geöffnet aufgestellt werden, wodurch beispielsweise Video, FaceTime oder StandBy ohne separate Halterung funktionieren.
Später im Jahr kommt Unterstützung für den Apple Pencil USB-C hinzu. Damit rückt das Gerät funktional erstaunlich nah an ein sehr kleines iPad heran.
48-MP-Dualkamera statt Pro-Triple-Kamera
Hier spart Apple gegenüber dem iPhone 18 Pro. Das Duo besitzt eine 48-MP-Hauptkamera und eine 48-MP-Ultraweitwinkelkamera. Aus der Hauptkamera wird über Sensor-Crop ein 2x-Zoom in optischer Qualität erzeugt. Ein separates Teleobjektiv fehlt.[1]
Das faltbare Design bringt dafür neue Möglichkeiten. Bei Duo Preview sieht die fotografierte Person auf dem äußeren Display live, wie sie im Bild aussieht. Für Selfies können die hochwertigen Rückkameras verwendet werden, während das äußere Display als Sucher dient. „Smart Foto“ erkennt mit On-Device-KI, wann alle Personen richtig positioniert sind, und kann automatisch auslösen.
Videos sind mit der Hauptkamera bis 4K Dolby Vision und 120 fps möglich. Die Ultraweitwinkelkamera unterstützt außerdem Makroaufnahmen.
A20 Pro, Dampfkammer und zwei Akkus
Im Inneren arbeitet derselbe A20 Pro wie beim iPhone 18 Pro und Pro Max. Apple kombiniert ihn im Duo mit einer eigenen Dampfkammer, um die Leistung trotz des extrem dünnen geöffneten Gehäuses länger stabil zu halten.
Der Akku ist physisch auf beide Gerätehälften verteilt. Apple nennt bis zu 31 Stunden Videowiedergabe auf dem Innendisplay und bis zu 44 Stunden auf dem Außendisplay. Bei gemischter Nutzung beider Displays spricht Apple von bis zu 24 Stunden pro Ladung.
Kabelgebunden soll das Duo in ungefähr 20 Minuten auf 50 Prozent laden, kabellos über MagSafe oder Qi2 in etwa 30 Minuten. Das Gerät funktioniert weltweit ausschließlich mit eSIM. Einen physischen SIM-Schacht gibt es auch in der deutschen Version nicht.
Touch ID kehrt zurück – Face ID fehlt
Eine der überraschendsten Entscheidungen betrifft die Entsperrung. Apple integriert Touch ID in die Seitentaste und verzichtet auf Face ID. Dadurch funktioniert die Authentifizierung unabhängig davon, ob das Duo gerade geöffnet, geschlossen oder nur teilweise aufgeklappt ist.
Auf dem inneren Display sitzt dafür eine FaceTime-Kamera unter dem Panel. Sie verschwindet optisch, wenn sie nicht genutzt wird. Für biometrische Authentifizierung ist sie allerdings nicht zuständig.
iPhone Duo vs. iPhone 18 Pro Max
700 Euro Preisunterschied sind erheblich. Dafür bietet das Duo eine völlig neue Gerätekategorie und deutlich mehr Bildschirmfläche, das Pro Max aber die komplettere Kameraausstattung und ein konventionelleres, erprobtes Design. Wer primär die beste iPhone-Kamera sucht, bekommt mit dem Duo deshalb nicht automatisch das bessere Gerät.
Fazit: Das spannendste iPhone seit Jahren – und trotzdem keine sichere Kaufempfehlung
Das iPhone Duo ist wahrscheinlich das interessanteste neue Apple-Produkt seit Jahren. Das liegt weniger daran, dass Apple spät ebenfalls ein Foldable baut, sondern daran, wie konsequent Hardware und iOS auf das Format angepasst wurden. Split View, Touch ID, äußere Kameravorschau, Standmodi und Apple-Pencil-Support zeigen, dass das Scharnier tatsächlich Funktionen ermöglicht und nicht nur das Gerät kleiner faltbar macht.
2.299 Euro sind trotzdem eine Ansage. Dazu kommen offene Langzeitfragen bei Innendisplay, Scharnier und Reparaturkosten sowie eine Kamera, die hinter dem günstigeren iPhone 18 Pro Max zurückbleibt. Die erste Generation dürfte deshalb vor allem Early Adopter ansprechen. Wer nur ein sehr gutes iPhone möchte, bekommt für deutlich weniger Geld das vernünftigere Gesamtpaket.
Spannend ist rückblickend auch unser älterer Vorab-Artikel zum damals noch unbestätigten iPhone Fold: Viele Grundannahmen haben sich bestätigt, Name, Preis und mehrere technische Details sind jetzt aber erstmals wirklich offiziell.
Häufige Fragen zum iPhone Duo
Wie viel kostet das iPhone Duo in Deutschland?
Es startet mit 256 GB bei 2.299 Euro. 512 GB kosten 2.549 Euro, 1 TB 3.049 Euro und 2 TB 3.799 Euro.
Wann erscheint das iPhone Duo?
Vorbestellungen starten am 16. Oktober 2026 um 14 Uhr deutscher Zeit. Der Verkauf beginnt am 23. Oktober.
Wie groß sind die Displays?
Außen besitzt das Duo ein 5,4-Zoll-OLED, innen ein faltbares 7,6-Zoll-OLED. Beide unterstützen ProMotion bis 120 Hz.
Hat das iPhone Duo Face ID?
Nein. Apple verwendet Touch ID in der Seitentaste.
Hat es einen sichtbaren Knick im Display?
Eine Falz ist technisch weiterhin vorhanden. Die Nanotexturoberfläche macht sie laut Apple und ersten Hands-ons aber deutlich weniger sichtbar als bei vielen bisherigen Foldables.
Unterstützt das iPhone Duo einen Apple Pencil?
Ja. Unterstützung für den Apple Pencil USB-C soll später 2026 freigeschaltet werden.
Hat das iPhone Duo eine physische SIM-Karte?
Nein. Das Gerät ist weltweit ausschließlich für eSIM ausgelegt.
Ist das iPhone Duo wasserdicht?
Apple klassifiziert das Gerät nach IP68 gegen Staub und Wasser. Die üblichen Grenzen der IP-Zertifizierung gelten trotzdem weiterhin.
- Apple Newsroom Deutschland: Apple präsentiert das iPhone Duo, 9. September 2026.
- Apple Deutschland: iPhone Duo – Technische Daten, abgerufen am 10. September 2026.
- The Verge: iPhone Duo Hands-on, 9. September 2026; ergänzend MacRumors Hands-on.
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