2026 fühlt sich bei Gaming-Monitoren an wie ein Zahlen-Wettbewerb: noch mehr Pixel, noch mehr Hertz, noch mehr „Immersion“. Und ja, manches davon ist wirklich spannend. Vor allem, weil neue Ideen wie 6K-3D ohne Brille plötzlich nicht mehr nach Messe-Gag aussehen, sondern nach ernst gemeintem Produkt.

Was sich 2026 gerade verschiebt

Der große Shift ist nicht „noch schneller“, sondern noch variabler. Hersteller versuchen, zwei Welten in einen Monitor zu packen: maximale Schärfe für immersive Games und maximale Geschwindigkeit für kompetitives Spielen. Genau deshalb taucht „Dual Mode“ bei fast allen spannenden Ankündigungen auf, egal ob Samsung, LG oder ASUS ROG.

Und dann ist da der zweite Trend: 3D kehrt zurück, aber nicht als Brille-im-Karton-Gimmick, sondern als Versuch, „räumlich“ zu werden, ohne Headset. Samsung nennt das ganz offen eine neue Art, Games am Monitor zu erleben, inklusive Eye-Tracking und 2D-zu-3D-Konvertierung.

6K-3D ohne Brille: wow, aber auch heikel

Samsung bringt mit dem Odyssey 3D (G90XH) einen 32-Zoll-Monitor, der 6K (6.144 × 3.456) mit brillenlosem 3D kombiniert. Das funktioniert laut Samsung über Echtzeit-Eye-Tracking, das Perspektive und Tiefe an Deine Position anpasst. Dazu kommt eine 2D→3D-Konvertierung, plus ausgewählte Spiele mit optimierten 3D-Effekten.

Das ist der Punkt, an dem ich kurz begeistert bin. Weil: Wenn 3D am Monitor jemals eine zweite Chance verdient hat, dann so. Ohne Extra-Hardware, ohne „setz mal diese Brille auf“, und mit genug Auflösung, damit das Bild nicht sofort nach Kompromiss schreit.

Aber: 3D ist ein Ökosystem-Thema. Es lebt von Software, vom Content, von guter Umsetzung in Games. Samsung nennt schon konkrete Titel, die optimiert werden sollen, und das ist ein wichtiges Signal. Trotzdem bleibt die Frage, wie breit das am Ende wirklich funktioniert, und ob „Konvertierung“ in der Praxis eher nett aussieht oder nach Effekt-Filter wirkt.

500 bis 720 Hz: für wen das wirklich Sinn ergibt

Auf der anderen Seite des Spektrums wird es absurd schnell. LG bringt ein OLED-Modell, das je nach Modus 540 Hz bei 1440p oder 720 Hz bei 720p liefert. Das ist keine kleine Steigerung mehr, das ist eine andere Denke: Auflösung bewusst runter, um maximale Reaktionsfähigkeit und Bewegungsclarity zu bekommen.

HyperX beziehungsweise HP geht mit QD-OLED ebenfalls in Richtung E-Sports, inklusive 500 Hz und Zertifizierungen wie VESA ClearMR, also einem Versuch, Bewegungsunschärfe nicht nur zu versprechen, sondern zu belegen.

Und Samsung setzt noch einen drauf: ein Dual-Mode-Ansatz, der bei der Odyssey G6 von QHD bis 600 Hz auf HD bis 1.040 Hz schaltet. Das ist die logische Spitze dieser Bewegung.

Dual Mode: der heimliche Star hinter den Zahlen

Dual Mode klingt erstmal nach Marketing, ist aber gerade der realistischste Kompromiss. Samsung macht es bei mehreren Modellen: 6K oder 5K „normal“, und dann ein schnellerer Modus mit geringerer Auflösung. Beim Odyssey 3D ist es laut Samsung 165 Hz in 6K und bis 330 Hz im 3K-Modus.

ASUS ROG spielt dieselbe Karte aus einer anderen Richtung: ein 27-Zoll-Tandem-OLED mit 4K bei 240 Hz oder Full HD bei 480 Hz. Das ist weniger „Zahlenrekord“, aber dafür näher an dem, was viele Leute wirklich brauchen: einen Monitor, der abends kompetitiv sein kann und tagsüber nicht wie ein kompromittiertes E-Sports-Panel wirkt.

Technische Daten, die Dir im Alltag helfen

Aspekt Einschätzung
6K im Gaming-Kontext 6.144 × 3.456 sieht auf 32 Zoll brutal scharf aus, aber fordert GPU und Schnittstelle. Samsung nennt bei 6K 165 Hz und DP 2.1/HDMI 2.1 als Basis.
Brillenloses 3D Eye-Tracking plus Anpassung von Tiefe und Perspektive ist der richtige Ansatz. Die eigentliche Frage bleibt Software: optimierte Titel versus „2D→3D“ als Effekt.
Extrem hohe Hz-Zahlen 720 Hz ist technisch faszinierend, aber oft an niedrigere Auflösung gekoppelt (bei LG: 720p). Das ist klar E-Sports-first, nicht „schönstes Bild“.
Dual Mode als Alltagstrick Der sinnvollste Trend: ein Schärfe-Modus für alles, ein Speed-Modus für Shooter. Samsung und ASUS zeigen, dass das 2026 quer durch Panel-Technologien skaliert.

Globale Review-Essenz: was Leute jetzt schon feiern und kritisieren

Aus den ersten Eindrücken kristallisiert sich eine klare Linie: Speed ist nur dann geil, wenn die Kette mitspielt. Also GPU, Game, Settings, CPU-Limits, und am Ende auch Du selbst. Gleichzeitig scheint Dual Mode vielen Beobachtern wie der erste „vernünftige“ Weg, die Hertz-Rennen in den Alltag zu holen, ohne dass man permanent in 1080p lebt.

Beim 3D-Thema ist der Tenor gemischt, aber interessanter als früher: nicht „3D ist tot“, sondern „3D steht und fällt mit Umsetzung“. Dass Samsung konkrete, optimierte Spiele nennt, ist hier der entscheidende Unterschied zu den alten 3D-Versuchen.

Stärken und Schwächen im Klartext

Stärken

  • Dual Mode macht aus dem Hertz-Hype etwas, das man wirklich nutzen kann.
  • 6K-3D ohne Brille ist die erste 3D-Idee seit Jahren, die nach „Produkt“ aussieht, nicht nach Messe-Show.
  • OLED wird gleichzeitig schneller und vielseitiger, ohne komplett auf klassische „Gaming“-Stärken zu verzichten.

Schwächen

  • Rekord-Hz sind oft an harte Kompromisse gekoppelt, meist bei der Auflösung.
  • 3D ist softwareabhängig. Ohne gute Unterstützung wird aus „wow“ schnell „nice, aber egal“.
  • Die Anschlüsse werden zur stillen Kaufentscheidung: DP 2.1 ist 2026 nicht mehr Luxus, sondern oft Voraussetzung, wenn Du das Produkt wirklich ausfahren willst.

Kaufberatung und Setup-Tipps

  • Frag Dich zuerst ehrlich: Spielst Du wirklich kompetitiv genug, dass 480 Hz plus einen Unterschied machen, oder willst Du eigentlich das schönere Bild?
  • Dual Mode ist für die meisten die beste Wette: ein Modus für Story-Games und Arbeit, ein Modus für Shooter und schnelle Runden.
  • Plane Deine Hardware-Kette: Hohe Hz bringen nichts, wenn Deine GPU in Deinem Lieblingsspiel keine hohen FPS liefern kann. Das klingt banal, ist aber genau der Punkt, an dem viele „Hertz-Upgrades“ verpuffen.
  • Check die Ports, nicht nur die Panelart: DisplayPort 2.1 und HDMI 2.1 tauchen bei den CES-2026-Flaggschiffen sehr bewusst auf. Nimm das ernst, sonst kaufst Du Dir ein Auto und fährst es im zweiten Gang.
  • Wenn Dich 3D reizt: Sei realistisch. Kauf das nicht, weil Du „eventuell irgendwann“ 3D nutzen willst. Kauf es nur, wenn Du Bock hast, das als Feature wirklich auszuprobieren und auch mit Kinderkrankheiten zu leben.

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Wenn Dich die Frage nach „Immersion ohne Headset“ grundsätzlich packt, passt dieser Blick auf Spatial Computing gut als Kontext: Apple Vision Pro: Spatial-Computing-Zukunft oder überteuertes Spielzeug?

Fazit und Diskussion

Mein Gefühl: 2026 ist nicht das Jahr, in dem „alle“ 6K oder 720 Hz brauchen. Es ist das Jahr, in dem Monitor-Hersteller endlich wieder versuchen, echte Nutzungssituationen abzudecken, statt nur einen Rekord zu jagen. Dual Mode ist dabei der erwachsene Teil dieser Story. Und 6K-3D ohne Brille ist der riskante Teil, der entweder eine neue Kategorie öffnet oder in zwei Jahren als „mutiger Versuch“ endet.

Diskussion: Was wäre für Dich der größere Sprung: ein brutal schneller Dual-Mode-Monitor für Competitive Games, oder ein 6K-3D-Display, das neue Spielwelten wirklich räumlicher wirken lässt?