Die DJI Osmo Pocket 4P ist keine normale Modellpflege. Neben der bekannten 20-Millimeter-Weitwinkelkamera steckt erstmals eine zweite Kamera mit 60 Millimetern Brennweite im beweglich stabilisierten Kopf. Damit kannst du nicht nur dich selbst und eine ganze Straßenszene filmen, sondern auch Porträts, Details und weiter entfernte Motive mit glaubwürdigerer Perspektive einfangen.

DJI verlangt für die Standard-Combo zum Start 609 Euro. Die Osmo Pocket 4 kostet 499 Euro, die ältere Pocket 3 wurde am 30. Juli 2026 im DJI-Shop für 339 statt 429 Euro angeboten.[1][2][3]

Meine kurze Einschätzung: Die Pocket 4P lohnt sich, wenn du die 60-Millimeter-Kamera bewusst für Porträts, Reisen, Bühnen, Street-Aufnahmen oder Produktvideos einsetzt. Filmst du überwiegend weitwinklige Vlogs, Familienalltag und Spaziergänge, ist die Pocket 4 vernünftiger. Die stark reduzierte Pocket 3 bleibt der Preis-Leistungs-Tipp, wenn dir 4K/120 statt 4K/240, die kürzere Laufzeit und der fehlende interne Speicher nichts ausmachen.

Die Entscheidung in 20 Sekunden

  • Osmo Pocket 4P: für bewusste Bildgestaltung mit echter 60-mm-Kamera, Porträts und Motive auf Distanz.
  • Osmo Pocket 4: fast die gleiche Basis für 110 Euro weniger, wenn 20 mm plus digitaler Zoom reichen.
  • Osmo Pocket 3: bester günstiger Einstieg, solange 4K/120, ActiveTrack 6.0 und microSD-Speicher genügen.
  • Smartphone plus Gimbal: sinnvoller, wenn du kein zweites Aufnahmegerät pflegen und das Ergebnis sofort teilen willst.

DJI Osmo Pocket 4P Standard Combo mit Dual-Objektiv
Produktbild: Amazon.de

Empfehlung mit Tele-Schwerpunkt

DJI Osmo Pocket 4P Standard Combo

Die richtige Wahl, wenn du das echte 60-mm-Objektiv für Porträts, Details und Motive auf Distanz gezielt nutzt. Für überwiegend weitwinklige Vlogs bietet die günstigere Pocket 4 das vernünftigere Gesamtpaket.

Pocket 4P ansehen*

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Was an der DJI Osmo Pocket 4P wirklich neu ist

Der auffälligste Unterschied ist der duale Kamerakopf. Die Hauptkamera nutzt einen neuen 1-Zoll-Sensor mit 20 Millimetern äquivalenter Brennweite und Blende f/2,0. Daneben sitzt ein eigener 1/1,28-Zoll-Sensor mit optischem 60-Millimeter-Objektiv und f/1,8. Die Teleansicht ist also kein bloßer Ausschnitt aus dem Weitwinkelbild.[1]

Genau das verändert die Bildwirkung. 20 Millimeter zeigen viel Umgebung und eignen sich für Selfies, Gruppen oder enge Räume. 60 Millimeter bilden Gesichter mit weniger weitwinkliger Verzerrung ab, rücken den Hintergrund optisch näher heran und erzeugen ein natürlicheres Bokeh. Für Reisevideos bedeutet das: Du kannst eine Totale und anschließend ein architektonisches Detail aufnehmen, ohne mit den Füßen gefährlich weit an ein Motiv heranzumüssen.

Die weiteren Kerndaten sind ebenfalls stark:

  • bis zu 17 Blendenstufen Dynamikumfang im D-Log-2-Profil der Weitwinkelkamera,
  • 10-Bit-Farbe mit mehr Spielraum für die Nachbearbeitung,
  • 4K-Zeitlupe mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde weitwinklig und 200 Bildern pro Sekunde mit der Telekamera,
  • ActiveTrack 8.0 mit Motivverfolgung bis zum 12-fachen Zoom,
  • 2-Zoll-OLED, Hoch- und Querformat,
  • 103 GB interner Speicher,
  • bis zu 210 Minuten Herstellerlaufzeit,
  • 230 Gramm Gewicht.[1]

Zwei Einschränkungen gehen in der großen Zahl leicht unter: Die maximalen 17 Blendenstufen gelten laut DJI im D-Log-2-Profil, und D-Log 2 in 10 Bit steht nur bei 1-facher Vergrößerung zur Verfügung. Außerdem nehmen die beiden Kameras nicht gleichzeitig auf. Beim Zoomen schaltet das Gerät abhängig von der Stufe zwischen ihnen um.[1]

DJI Osmo Pocket 4P, Pocket 4 und Pocket 3 im direkten Vergleich

Eigenschaft Osmo Pocket 4P Osmo Pocket 4 Osmo Pocket 3
Kameras 20 mm f/2,0, 1 Zoll
60 mm f/1,8, 1/1,28 Zoll
20 mm f/2,0, 1 Zoll 20 mm f/2,0, 1 Zoll
Max. Video 4K/240 weit
4K/200 tele
4K/240 4K/120
Laufzeit bis 210 Min. bis 240 Min. bis 166 Min.
Interner Speicher 103 GB 107 GB
Preis am 30.07.2026 609 Euro 499 Euro 339 statt 429 Euro

Preise und Verfügbarkeit können sich ändern. Bei Laufzeit, Dynamikumfang und Ladezeit handelt es sich um DJI-Laborwerte unter festgelegten Bedingungen, nicht um eigene Messungen.[1][2][3]

Die Pocket 4P ist 39,5 Gramm schwerer als die Pocket 4 und läuft laut DJI 30 Minuten kürzer. Du zahlst den Aufpreis somit nicht für die bessere Allroundbasis, sondern im Wesentlichen für die Telekamera, D-Log 2 und die größere Dynamikreserve.

Was internationale Tests und erste Besitzer berichten

Die weltweiten Erfahrungsberichte zeichnen kein einheitliches Jubelbild – und genau das ist hilfreich. Das Modell ist erst seit wenigen Wochen in den ersten Märkten erhältlich, sodass echte Langzeiterfahrungen noch fehlen. Aus frühen Tests in Asien und Europa sowie Besitzerforen lassen sich aber wiederkehrende Stärken und Schwächen erkennen.

Was positiv auffällt

Ein japanischer Praxistest kommt zu einem angenehm klaren Urteil: Wer 60 Millimeter nutzt, erhält einen echten Mehrwert; wer kaum Teleaufnahmen macht, ist mit der Pocket 4 ohne „P“ ausreichend bedient. Der Tester setzte die Telekamera häufiger ein als erwartet und sah gegenüber einer konkurrierenden Dual-Kamera ein stärkeres natürliches Bokeh. Bei 33 Grad Außentemperatur zeichnete sein Gerät 4K/60 mit Standard-Bitrate mehr als zwei Stunden auf, ohne hitzebedingt abzuschalten.[7]

Ein spanischer Hands-on-Bericht lobt vor allem die Farbwiedergabe und den weicheren Belichtungsübergang beim Wechsel aus einem dunklen Tunnel in helles Sonnenlicht. Ein philippinischer Test hebt die Videoqualität und die trotz des größeren Doppelkopfes erhaltene schnelle Einsatzbereitschaft hervor.[8][9]

Auch frühe Besitzerstimmen passen dazu: Einzelne Umsteiger von der Pocket 3 sehen einen deutlichen Qualitätssprung und mögen den Zoom. Das höhere, kopflastigere Gewicht wird wahrgenommen, aber nicht von allen als störend empfunden.[10]

Wo die Kritik wiederkehrt

Der Wechsel zwischen 20 und 60 Millimetern ist kein durchgehend optischer Zoom. Im japanischen Test springt die Bildwirkung beim Umschalten sichtbar. Wer während einer laufenden Einstellung langsam und vollkommen nahtlos heranzoomen möchte, sollte vor dem Kauf Beispielclips ansehen.[7]

Auch ActiveTrack 8.0 ist nicht unfehlbar. In einer unübersichtlichen Basketballszene ließ sich die Verfolgung von anderen Personen irritieren. Dazu kommen Workflow-Grenzen: Zeitlupe unterstützt im frühen Firmwarestand kein D-Log 2, und D-Log 2 ist auf die Weitwinkelkamera beziehungsweise 1× beschränkt. In englischsprachigen Besitzerforen werden außerdem starke Gehäusewärme, unterschiedliche Log-Workflows sowie die fehlende harte Schutzschale kritisiert.[7][10][11]

Diese Stimmen sind wertvoll, aber noch keine belastbare Ausfallstatistik. Foren ziehen Probleme stärker an als zufriedenen Normalbetrieb, frühe Firmware kann sich ändern, und mehrere Beiträge stammen von Nutzern mit wenigen Tagen Erfahrung.

Bildqualität, Zoom und D-Log 2: Der eigentliche Kaufgrund

Die Pocket 4P bringt nicht einfach „mehr Zoom“. Die beiden Brennweiten erzeugen unterschiedliche Bilder.

Mit 20 Millimetern bist du mitten in der Szene. Das ist ideal für:

  • Vlogs aus der Hand,
  • Gruppen und Landschaften,
  • Innenräume,
  • schnelle Bewegung, bei der etwas Luft im Bild hilft.

Die 60-Millimeter-Kamera passt besser zu:

  • Porträts und Interviews,
  • Produktdetails,
  • Bühnen, Paraden und Tiere auf mittlere Entfernung,
  • unauffälliger Street-Fotografie,
  • komprimierten Stadt- und Landschaftsansichten.

Der optische 3×-Sprung ist qualitativ wichtiger als die beworbene maximale 12×-Stufe. Alles darüber kombiniert die Telekamera mit digitaler Vergrößerung. Das kann für eine entfernte Beschilderung oder einen kurzen Social-Media-Clip nützlich sein, ersetzt aber kein echtes langes Teleobjektiv.

D-Log 2 ist ebenfalls kein automatischer Schönmacher. Das flache 10-Bit-Profil lohnt sich, wenn du Farben anschließend gezielt bearbeitest und kontrastreiche Szenen ausreizen willst. Wer Clips direkt aus der Kamera teilt, profitiert eher von den Standardprofilen und den sechs eingebauten Filmlooks.

Gewicht, Akku, Speicher und Bedienung

230 Gramm sind für eine Gimbal-Kamera leicht, aber 21 Prozent mehr als bei der Pocket 4. Der größere Kopf macht die 4P zudem kopflastiger. Für eine kurze Aufnahme ist das kaum entscheidend; bei einem ganzen Messetag, auf Reisen oder an einem Selfie-Stick kann es relevant werden.

Die 210 Minuten Laufzeit gelten laut DJI für 1080p/24 bei deaktiviertem WLAN und ausgeschaltetem Display. 4K, hohe Bildraten, Tracking, ein helles Display und Funkverbindungen verkürzen die Laufzeit. Positiv ist das schnelle Laden: Mit geeignetem Netzteil sollen 80 Prozent in 18 Minuten und 100 Prozent in 32 Minuten erreicht werden.[1]

103 GB interner Speicher retten eine Aufnahme, wenn die microSD-Karte zu Hause liegt. Bei hoher Bitrate ist er dennoch schneller voll, als die große Zahl vermuten lässt. Im japanischen Dauertest reichten 103 GB bei hoher Bitrate ungefähr 110 Minuten. Wer lange Veranstaltungen filmt, sollte eine schnelle, kompatible microSD-Karte einplanen.[7]

Die zwei physischen Tasten unter dem Display sind im Alltag sinnvoll. Die linke wechselt direkt zwischen 1× und 3×, per Doppeldruck zu 6×. Die rechte lässt sich mit Funktionen wie Gimbalmodus, Foto/Video, Schnellaufnahme oder Zentrieren belegen. Das reduziert Wischgesten auf dem kleinen Display.

Welche Alternative passt besser?

DJI Osmo Pocket 4: fast alles Wichtige für 110 Euro weniger

Die DJI Osmo Pocket 4 Standard Combo bei Amazon.de* ist die logische Alternative. Sie hat ebenfalls den neuen 1-Zoll-Sensor, 4K/240, 2-Zoll-OLED, intelligenten Autofokus und internen Speicher. Sie ist leichter, läuft laut Hersteller länger und kostet laut DJI in der Standard-Combo 499 Euro.

Nimm sie, wenn du meist bei 20 Millimetern filmst und nur gelegentlich digital näher heran möchtest. Für klassische Vlogs ist die breitere Perspektive ohnehin oft praktischer.

DJI Osmo Pocket 3: das stärkste Sparangebot

Die DJI Osmo Pocket 3 Standard bei Amazon.de* bleibt eine sehr gute Gimbal-Kamera. Ihr 1-Zoll-Sensor, 4K/120, ActiveTrack 6.0, 10-Bit D-Log M und die direkte Verbindung zu DJI-Funksendern decken viele Creator-Anforderungen ab.

Für derzeit 339 Euro ist sie 270 Euro günstiger als die 4P. Der Verzicht auf internen Speicher, 4K/240, die zweite Brennweite und die längere Laufzeit ist bei diesem Preis leicht zu akzeptieren.

Smartphone plus Insta360 Flow 2 Pro: günstiger und sofort online

Der Insta360 Flow 2 Pro in Grau bei Amazon.de* kostete im offiziellen Insta360 Store am Stichtag 169,99 Euro. Er stabilisiert dein vorhandenes Smartphone auf drei Achsen, bringt Stativ und Selfie-Stick mit und unterstützt auf kompatiblen iPhones Apple DockKit. Das Bild hängt natürlich von deinem Smartphone ab.[6]

Diese Lösung ist flexibler beim sofortigen Schneiden und Teilen. Sie ist aber im aufgebauten Zustand sperriger, beansprucht den Smartphone-Akku und kann je nach Handy, App und Objektiv unterschiedlich gut stabilisieren oder tracken.

Actioncam: robuster, aber ein anderes Bild

Für Regen, Mountainbike, Ski, Wasser und Helmmontage ist eine Actioncam die bessere Werkzeugklasse. Die Pocket 4P ist keine robuste, wasserdichte Kamera für Stürze und schlechtes Wetter. Ihr empfindlicher beweglicher Gimbalkopf verlangt einen bewussteren Umgang.

Fazit: Die Telekamera muss ihren Aufpreis verdienen

Die DJI Osmo Pocket 4P ist die vielseitigste Pocket-Kamera der Reihe. Das 60-Millimeter-Objektiv ist kein Datenblatt-Trick, sondern verändert Porträts, Details und Reiseaufnahmen sichtbar. Zusammen mit D-Log 2, hoher Dynamikreserve, 4K-Zeitlupe und ActiveTrack 8.0 entsteht ein bemerkenswert vollständiges Filmwerkzeug für die Jackentasche.

Trotzdem ist sie nicht automatisch die beste Wahl. Der Wechsel zwischen den beiden Kameras bleibt sichtbar, D-Log 2 und Zeitlupe haben Grenzen, das Gehäuse wird unter Last warm und die 4P ist schwerer sowie teurer als die normale Pocket 4.

Meine Empfehlung: Kaufe die Pocket 4P nur, wenn du bereits konkrete 60-mm-Motive vor Augen hast. Ohne diesen Bedarf sparst du mit der Pocket 4 110 Euro, ohne bei der wichtigsten Weitwinkelkamera viel aufzugeben. Für preisbewusste Einsteiger ist die reduzierte Pocket 3 derzeit sogar die klügste Wahl.

Häufige Fragen zur DJI Osmo Pocket 4P

Ist die DJI Osmo Pocket 4P ein eigenes Modell oder nur ein Bundle?

Sie ist ein eigenes Modell mit zwei physischen Kameras: 20 Millimeter Weitwinkel und 60 Millimeter Mitteltele. Das „P“ bezeichnet nicht nur ein Zubehörpaket.

Nimmt die Pocket 4P mit beiden Kameras gleichzeitig auf?

Nein. Laut DJI wählt das Gerät abhängig von der Zoomstufe eine der beiden Kameras. Es kombiniert nicht zwei parallel aufgenommene Videos.

Ist 12× bei der Pocket 4P optischer Zoom?

Nein. 3× entspricht der eigenen optischen 60-Millimeter-Kamera. Höhere Stufen nutzen zusätzliche digitale Vergrößerung.

Lohnt sich die Pocket 4P gegenüber der Pocket 4?

Vor allem dann, wenn du Porträts, entfernte Details, Bühnen oder Street-Szenen häufig mit 60 Millimetern filmst. Für überwiegend weitwinklige Vlogs ist die Pocket 4 günstiger und leichter.

Ist die Pocket 4P eine Actioncam?

Nein. Sie stabilisiert Lauf- und Handbewegungen sehr gut, besitzt aber einen empfindlichen mechanischen Gimbal und ist nicht für Wasser, harte Stöße oder Helmmontage gedacht.

Gibt es schon verlässliche Langzeiterfahrungen?

Noch nicht. Zum Stichtag 30. Juli 2026 war das Modell erst wenige Wochen in ersten Märkten erhältlich. Frühe Tests zeigen klare Stärken, ersetzen aber keine mehrmonatigen Erfahrungen zu Firmware, Gimbal und Akku.


Quellen und Stand
  1. DJI Store: Osmo Pocket 4P – Preis, Ausstattung, Vergleich und FAQ; abgerufen am 30.07.2026.
  2. DJI Store: Osmo Pocket 4 – Varianten, Preis und technische Angaben; abgerufen am 30.07.2026.
  3. DJI Store: Osmo Pocket 3 – Preis, technische Daten und Vergleich; abgerufen am 30.07.2026.
  4. DJI Europe: Vorstellung der Osmo Pocket 4P in Cannes, 14.05.2026.
  5. DJI Terms of Use – Rechtevorbehalt für Shop- und Website-Material; abgerufen am 30.07.2026.
  6. Insta360 Store: Flow 2 Pro – Preis, Lieferumfang und Funktionen; abgerufen am 30.07.2026.
  7. SKEG Works, Japan: DJI Osmo Pocket 4P Praxistest, 27.07.2026.
  8. Cadena SER, Spanien: erste Praxiseindrücke, 08.07.2026.
  9. YugaTech, Philippinen: Hands-on Review, Juli 2026.
  10. r/osmopocket: frühe Besitzererfahrungen, Juli 2026.
  11. r/osmopocket: Diskussion zu frühem Review und Workflow-Grenzen, Juni/Juli 2026.