Inhalt
- Überblick: Was ist der Communicator eigentlich?
- Technische Daten: kompakt, aber wirklich relevant
- Globale Review-Essenz: Was alle daran sehen
- Stärken im Alltag: Was wirklich helfen kann
- Schwächen und offene Fragen: Wo es weh tun kann
- Meine Einordnung: Für wen das Sinn ergibt
- Kaufberatung und Setup-Tipps: So wird es nicht zum teuren Experiment
- Weiterlesen auf Metropolitan Monkey
- Diskussion: Würdest du so ein Zweitgerät wirklich nutzen?
Überblick: Was ist der Communicator eigentlich?
Der Communicator ist kein Keyboard-Case, kein Zubehör und kein „Companion“. Es ist ein eigenständiges Android-Smartphone mit eigener Mobilfunkverbindung. Clicks beschreibt es als zweites Telefon für Momente, in denen du erreichbar sein willst, aber nicht in deinem Hauptgerät versinken möchtest. Du kannst ihn trotzdem als Hauptgerät nutzen, du solltest nur wissen, dass die Idee dahinter eine andere ist.
Technische Daten: kompakt, aber wirklich relevant
| Display | 4,03 Zoll AMOLED, 1200 × 1080 Pixel. Bewusst klein: gut fürs Antworten, schlecht fürs „nur kurz scrollen“. |
| Tastatur | Physische QWERTY-Tasten, touch-sensitiv, als Trackpad nutzbar. Produktiv, aber QWERTY bleibt im deutschen Alltag eine Hürde. |
| Software | Android 16 mit textlastigem Launcher und Message Hub (Niagara-Kooperation). Vollwertig, aber nicht „ablösungssicher“ gegen Ablenkung. |
| Akku & Laden | 4.000 mAh (Silicon-Carbon). USB-C und Qi2: sinnvoll fürs Zweitgeräte-Prinzip. |
| Kameras | 50 MP Hauptkamera mit OIS, 24 MP Front. Papier klingt gut, Praxis hängt stark von Verarbeitung und Software ab. |
| Speicher | 256 GB intern plus microSD (bis 2 TB kommuniziert). Selten geworden, im Alltag oft unterschätzt. |
| Konnektivität | 5G, Wi-Fi 6, NFC, Bluetooth (in Berichten häufig 5.4). Modern genug, ohne Flagship-Flex. |
| SIM | NanoSIM plus eSIM. Wichtig fürs Zweitgerät: klassische Telefonie bedeutet oft zweite Nummer, VoIP geht wie gewohnt. |
| Maße & Gewicht | Ca. 130,5 × 78,6 × 12 mm, 170 g (kommuniziert). Handlich, aber deutlich „dicker“ als Glas-Sandwich-Phones. |
| Update-Versprechen | 2 Jahre Android-Updates, 5 Jahre Sicherheitsupdates (kommuniziert). Für Nische okay, für Sicherheits-Puristen eher knapp. |
| Preis & Timing | 499 US-Dollar regulär, Early-Bird 399 US-Dollar bis 27. Februar 2026 (Reservierung). Auslieferung: Ende 2026. |
Preis, Reservierung, Verfügbarkeit
Clicks nennt einen Preis von 499 US-Dollar. Bis zum 27. Februar 2026 gibt es eine Reservierungsphase: Mit 199 US-Dollar Anzahlung sollst du dir einen Gesamtpreis von 399 US-Dollar sichern können. Alternativ kann man laut Clicks auch direkt 399 US-Dollar zahlen, dann sind zusätzliche Backplates Teil des Deals. Der Start der Auslieferung wird für Ende 2026 in Aussicht gestellt.
Die Nummernfrage, die viele unterschätzen
Clicks formuliert es ziemlich klar: VoIP-Anrufe über Apps (WhatsApp, Telegram und Co.) funktionieren wie gewohnt. Wenn du aber „klassisch“ über das Mobilfunknetz telefonieren willst, brauchst du in der Regel eine zweite SIM und damit oft auch eine zweite Nummer. Das ist nicht schlimm, aber es ist Reibung. Und Reibung ist beim Zweitgerät immer der Punkt, an dem gute Ideen sterben können.
| Aspekt | Einschätzung |
|---|---|
| Alltagstauglichkeit | Als Fokus-Zweitgerät plausibel, als Hauptgerät nur, wenn du wirklich mit klein, textlastig und bewusst leben willst. |
| Stärken | Tastatur, Message Hub, physische Shortcuts, Qi2, microSD und Klinke sind echte Praxisargumente. |
| Schwächen | Zweitgerät-Aufwand, QWERTY im deutschen Alltag, Update-Versprechen unter Flagship-Niveau, unklare Langzeit-Details vor Launch. |
| Für wen sinnvoll | Vielschreiber, Messenger-Power-User, Menschen mit Scroll-Müdigkeit, die trotzdem erreichbar bleiben wollen. |
Globale Review-Essenz: Was alle daran sehen
Der Tenor ist international erstaunlich ähnlich: Das Gerät wird nicht als „Flagship-Killer“ gelesen, sondern als Gegenangebot. Viele vergleichen die Idee mit BlackBerry, aber nicht als Retro-Spielzeug, sondern als Versuch, Kommunikation wieder in den Vordergrund zu schieben. Spannend ist dabei, dass Clicks nicht mit Verboten arbeitet. Es ist ein vollwertiges Android, du kannst theoretisch alles installieren. Die Strategie ist subtiler: kleines Display, textlastiger Launcher, Message Hub, Hardware-Shortcuts. Mehr Reibung fürs Scrollen, weniger Reibung fürs Antworten.
Das ist psychologisch nachvollziehbar. Und gleichzeitig bleibt genau hier der kritische Kern: Wenn du dir alle Ablenkung wieder drauflädst, war es am Ende nur ein teures kleines Smartphone mit Tastatur. Dieses Gerät funktioniert nur, wenn du es auch so benutzt, wie es gedacht ist.
Stärken im Alltag: Was wirklich helfen kann
1) Die Tastatur ist nicht Nostalgie, sie ist ein Workflow
Für Menschen, die viel schreiben, ist eine Hardware-Tastatur nicht romantisch, sondern praktisch. Der Unterschied ist weniger „Tippen geht schneller“ und mehr „Schreiben fühlt sich wie Schreiben an“. Dazu passt, dass die Tastatur touch-sensitiv ist und als Trackpad dienen kann. Das ist nicht Retro, das ist ein cleverer Hybrid.
2) Message Hub statt App-Panik
Die beste Idee ist nicht die Tastatur, sondern die Reihenfolge. Der Message Hub soll Nachrichten aus mehreren Apps bündeln, damit du zuerst entscheiden kannst, ob du antwortest, und erst danach, ob du dich ablenken lässt. Das ist kein Wunderheilmittel, aber es ist ein echtes Gegenmodell zum normalen Homescreen, der dich ständig in Konsum zieht.
3) Hardware, die dich schneller aus dem Lärm holt
Der Communicator setzt auf physische Elemente: eine Seitentaste („Prompt Key“) für Aktionen wie Spracheingabe oder Shortcuts und eine LED, die du pro App oder Kontakt konfigurieren kannst. Dazu kommt ein Hardware-Schalter, der als harter Funk-Stopp gedacht ist. Solche Kleinigkeiten wirken im Alltag oft stärker als das nächste Software-Feature, weil sie dich nicht bitten, sie zu benutzen. Sie sind einfach da.
4) Selten gewordene Basics, die wieder Freiheit bedeuten
3,5-mm-Klinke und microSD klingen wie eine Zeitreise, sind aber für manche schlicht Komfort: Kopfhörer ohne Adapter, Speicher ohne Cloud-Zwang. Dazu Qi2, was als Zweitgerät-Logik super passt, weil du nicht jedes Mal Kabel suchen willst.
5) Es ist ein Android, das sich in einen Google-Alltag integrieren lässt
Ein Zweitgerät wird erst dann realistisch, wenn es sich sauber in dein Ökosystem fügt. In Berichten wird genau das als Vorteil genannt: Du kannst dir die Apps installieren, die du wirklich brauchst, und Dinge wie Nachrichten-Workflows über Google-Apps zumindest teilweise an deinen Alltag andocken. Kein Frickel-Trick, kein „Beeper-Moment“, eher der pragmatische Weg.
Schwächen und offene Fragen: Wo es weh tun kann
1) Zweitgerät bedeutet Zweitleben
Das ist der größte Punkt, und der wird in vielen Reviews zu kurz abgehandelt: Ein Zweitgerät muss gepflegt werden. Laden, Updates, Apps, Passwörter, Authenticator, Banking, Tickets, SIM-Thema. Wenn du dich schon beim Gedanken daran genervt fühlst, ist das hier wahrscheinlich nichts für dich.
2) QWERTY ist im Deutschen nicht „nur Gewöhnung“
QWERTY klingt nach Kleinigkeit, ist aber Alltag. Umlaute, Satzzeichen, Muskelgedächtnis. Du kannst das umlernen, klar. Aber wenn das Gerät auf „schneller schreiben“ zielt, dann sollte die Tastatur dich nicht dauerhaft mental ausbremsen. Das ist eine echte Hürde, gerade für Menschen, die sehr viel auf Deutsch schreiben.
3) Update-Versprechen: okay, aber nicht beruhigend
Clicks nennt 2 Jahre Android-Updates und 5 Jahre Sicherheitsupdates. Für ein Nischenprodukt ist das nicht schlecht. Für ein Gerät, das Vertrauen und Langzeitnutzung ausstrahlen will, ist es trotzdem nicht das Niveau, das viele von Google oder Samsung kennen. Wenn du sehr sicherheitsbewusst bist, ist das ein entscheidender Punkt.
4) Performance ist vermutlich bewusst nicht das Hauptziel
Clicks redet nicht mit „Gaming“, „Pro“-Kamera-Processing oder Hardcore-Multitasking. Und das ist auch konsequent. In Berichten wird der Chip eher als pragmatische Wahl beschrieben, nicht als High-End-Ansage. Für Messaging, Mail, Kalender, Navigation ist das wahrscheinlich völlig okay. Wenn du aber heimlich erwartest, dass es sich wie ein modernes Premium-Phone anfühlt, könnte das enttäuschen.
5) Vor Launch bleiben typische Alltagsfragen offen
Ein ausführliches Review kann nicht so tun, als wären alle Details geklärt. Was ist mit Wasser- und Staubschutz? Wie robust sind die wechselbaren Backplates wirklich? Wie gut ist die Kamera in echten Situationen, nicht auf Papier? Wie schlägt sich der Akku im Alltag mit 5G? Das sind alles Dinge, die erst nach den ersten echten Tests klar werden. Wenn du kein Risiko magst, ist „früh reservieren“ genau der falsche Modus.
Meine Einordnung: Für wen das Sinn ergibt
Was du hier eigentlich kaufst
Du kaufst keine Spezifikations-Schlacht. Du kaufst ein anderes Verhältnis zu Kommunikation. Der Communicator ist im Kern eine Einladung, das Smartphone wieder als Werkzeug zu benutzen. Die Tastatur ist dabei nicht nur Komfort, sondern ein Filter: Touchscreens sind perfekt fürs Scrollen. Tasten sind perfekt fürs Schreiben.
Wer wird das wirklich lieben?
- Menschen, die viel schreiben: Mails, Messenger, Notizen, Slack, Ticket-Threads. Text ist dein Alltag, dann ist die Richtung logisch.
- Menschen, die bewusst weniger wollen, aber nicht offline: Du willst Maps, Banking, Authenticator und Kommunikation, aber nicht ständig die ganze Welt in der Hosentasche.
- Menschen, die ein „Arbeitsgerät“ neben dem „Privatgerät“ brauchen: Nicht aus Konzern-Zwang, sondern als mentale Trennung.
Wer sollte eher die Finger davon lassen?
- Foto- und Video-Menschen: Die Kamera kann gut sein, aber das Gerät ist nicht als Kreativmaschine gedacht.
- Menschen, die eine Null-Friktion-Lösung suchen: Zweitgerät heißt Aufwand. Wenn du ihn hasst, verlierst du schnell die Lust.
- Menschen, die „Minimalismus“ nur als Idee mögen: Wenn du eigentlich Entertainment willst, nur mit weniger Schuldgefühl, wirst du das Gerät irgendwann aushebeln.
Der ehrliche Widerspruch
Das Gerät ist ein Android. Es kann Werkzeug sein, und es kann Verführung sein. Clicks setzt auf Gestaltung und Reibung, nicht auf harte Verbote. Das ist fair und erwachsen. Es bedeutet aber auch: Es rettet dich nicht. Es hilft dir nur, wenn du mitmachst.
Kaufberatung und Setup-Tipps: So wird es nicht zum teuren Experiment
Der 7-Tage-Test, bevor du Geld ausgibst
- Mach dein aktuelles Smartphone für eine Woche „kommunikativ“: Nur Telefon, Messenger, Mail, Kalender, Navigation, Musik sichtbar. Alles andere verstecken, Benachrichtigungen radikal kürzen.
- Miss ehrlich, was passiert: Fühlst du dich freier, oder installierst du alles wieder zurück? Wenn du es nicht durchziehst, wird dir auch ein anderes Gerät nicht helfen.
- Klär die Nummernfrage vorab: Zweite SIM und zweite Nummer, oder Communicator eher als WLAN-Tool plus Hotspot. Wenn du diese Antwort nicht magst, wirst du das Gerät später nicht mögen.
- Schreib dir drei echte Einsatzszenarien auf: Zum Beispiel „Arbeit unterwegs“, „Abends erreichbar ohne Doomscrolling“, „Reisen“. Wenn du keine drei klaren Szenarien findest, ist das ein Warnsignal.
Ein Setup, das die Idee wirklich spürbar macht
- Message Hub als einzige Zentrale: Alles andere ist zweitrangig. Wenn du anfängst, Apps wieder wie auf deinem Hauptgerät zu stapeln, verlierst du das Konzept.
- Signal LED nur für echte Prioritäten: Zwei bis drei Kontakte oder Apps, mehr nicht. Sonst wird aus „Signal“ wieder Lärm.
- Seitentaste auf Schreiben statt Konsum: Spracheingabe, Notizen, Transkription, Quick-Reply. Nicht: Kamera, Social, Entertainment.
- So wenig Icons wie möglich: Das Gerät soll dich nicht einladen. Es soll dich abholen, wenn du kommunizieren musst.
Reservieren oder warten?
Wenn du sehr neugierig bist, das Konzept unterstützen willst und mit offenen Fragen leben kannst, ist die Reservierung rational, weil der Preisvorteil real ist. Wenn du aber zu den Menschen gehörst, die sich über jedes kleine Hardware-Detail ärgern, dann warte lieber auf echte Langzeittests, auch wenn es teurer wird. Ein Zweitgerät muss nicht nur gut sein. Es muss sich auch gut anfühlen.
Wenn Du doch mehr willst…
Wenn dich die Gegenbewegung interessiert, also mehr Display, mehr „Bühne“, mehr Smartphone als Produktivitätstier, dann schau dir meine Einordnung zum Samsung Galaxy Z TriFold an. Das ist die andere Philosophie: maximale Fläche statt bewusster Reduktion.
Diskussion: Würdest du so ein Zweitgerät wirklich nutzen?
Ganz ehrlich: Wärst du bereit, ein zweites Gerät zu pflegen, nur um weniger zu scrollen und besser zu schreiben? Oder ist das für dich teure Nostalgie mit guten Argumenten? Und ganz praktisch: Würdest du im Alltag auf QWERTY umsteigen, obwohl du auf Deutsch schreibst?
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