Ich mache es direkt: Das Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra ist wahrscheinlich das bisher stimmigste Foldable, das Samsung gebaut hat. Aber es ist noch immer kein Smartphone für normale Menschen, sondern ein teures Spezialgerät für Leute, die ein Mini-Tablet in der Hosentasche wirklich ausreizen.
Die eigentliche Leserfrage ist also nicht, ob das Ding technisch beeindruckend ist. Das ist es. Die Frage ist: Bringt dir das im Alltag wirklich genug, um 2.199 Euro auszugeben? Für die meisten: eher nein. Für mobile Multitasker, Creator und Menschen, die auf Reisen oder unterwegs wirklich produktiv auf großem Display arbeiten wollen: vielleicht zum ersten Mal ernsthaft ja.

Bild: Samsung Electronics / Samsung Global Media Library

Kurz und ehrlich: Meine Kernaussage
- Samsung hat beim Galaxy Z Fold8 Ultra genau an den richtigen Stellen nachgelegt: Falz, Akku, Spiegelungen, Ultraweitwinkelkamera und Ladeleistung.
- Das Gerät wirkt dadurch weniger wie Tech-Demo und mehr wie fertiges Premium-Werkzeug.
- Der hohe Preis, fehlender S Pen, fehlende eingebaute Magnetlösung für bequemes Qi2-Zubehör und die weiter offene Frage nach Langzeit-Haltbarkeit halten mich trotzdem auf Abstand.
- Wenn du heute schon ein gutes Foldable oder ein normales Ultra-Flaggschiff hast, musst du nicht hektisch aufspringen.
Was Samsung beim Galaxy Z Fold8 Ultra wirklich verbessert hat
Samsung positioniert das Fold8 Ultra klar als Produktivitäts-Foldable. Offiziell sind es 8,0 Zoll innen, 6,5 Zoll außen, 215 Gramm Gewicht, 4,1 Millimeter Dicke im aufgeklappten Zustand, Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy, 5.000-mAh-Akku, 200-MP-Hauptkamera, 50-MP-Ultraweitwinkel, 10-MP-Telekamera und One UI 9 auf Android 17.[1][2]
Das klingt erst einmal nach Datenblatt. Spannend ist aber, wo Samsung konkret nachgebessert hat:
1. Die Falz ist nicht weg, aber endlich weniger nervig
Samsung setzt auf seine neue Flex-Titanium-Konstruktion. Laut Hersteller soll sie das Display stabiler machen und die Falz weniger sichtbar erscheinen lassen. Die ersten Hands-ons aus den USA und Deutschland klingen tatsächlich ähnlich: The Verge beschreibt die Falz als im Alltag kaum noch wahrnehmbar, Netzwelt spricht von einer nur noch bei ungünstigem Licht sichtbaren Falte, die man aber weiterhin fühlen kann.[3][4]
Für mich ist das einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Foldables scheitern im Kopf vieler Leute nicht an der Leistung, sondern am Gefühl, dass sie sich immer noch wie ein Kompromiss anfühlen. Wenn die Falz optisch wirklich in den Hintergrund rückt, ist das ein großer Schritt.

2. Der Akku ist nicht nur größer, sondern strategisch wichtig
Samsung erhöht von 4.400 auf 5.000 mAh. Gleichzeitig nennen mehrere Quellen einen Wechsel auf Silizium-Carbon-Technik.[3] Das ist wichtiger, als es auf dem Papier aussieht. Foldables hatten lange das Problem, gleichzeitig dünn, leicht und ausdauernd sein zu wollen. Meist musstest du bei mindestens einem Punkt Abstriche machen.
Wenn das Fold8 Ultra diese 5.000 mAh im Alltag sauber ausspielt, wäre das einer der größten praktischen Fortschritte der Reihe. Samsung selbst spricht von bis zu 27 Stunden Videowiedergabe. Das ist natürlich Laborwelt, aber die Richtung stimmt.

3. Die Kamera ist nicht mehr nur „für ein Foldable okay“
Das Fold8 Ultra bekommt eine 200-MP-Hauptkamera, eine 50-MP-Ultraweitwinkelkamera und ein 10-MP-Tele mit 3-fachem optischem Zoom. Besonders die neue Ultraweitwinkelkamera ist wichtig, weil sie nicht nur Marketingmaterial ist, sondern laut Samsung auch 8K-Aufnahmen über Haupt- und Ultraweitwinkelkamera ermöglicht.
Heißt übersetzt: Samsung versucht hier sichtbar, das Fold nicht mehr als Produktivitäts-Nische mit mittelmäßiger Kamera zu verkaufen, sondern als echtes Premium-Smartphone mit großem Display. Genau da musste die Reihe hin.
4. One UI 9 und Multitasking sind hier mehr als Nebensache
One UI 9 ist nicht einfach nur vorinstalliert, sondern klar auf das große Innendisplay ausgerichtet. Samsung betont Zwei- und Drei-Fenster-Ansicht, anpassbaren Homescreen und KI-Funktionen wie Now Nudge für kontextbezogene nächste Schritte. Das ist nicht spektakulär auf dem Event, aber genau der Teil, der im Alltag über Sinn oder Unsinn entscheidet.
Ein Foldable ist nur dann mehr als ein teures Gimmick, wenn Software und Formfaktor zusammenarbeiten. Genau deshalb ist das für mich relevanter als irgendein KI-Slogan auf der Bühne.
Die internationale Review-Essenz: Was sich gerade weltweit wiederholt
Ich habe bewusst nicht nur die Herstellerkommunikation angeschaut, sondern erste Einordnungen aus Deutschland, den USA und Japan verglichen. Das Muster ist ziemlich klar:
Wiederkehrende Pluspunkte
- Falz deutlich besser: Das ist der Konsens fast überall. Nicht „magisch verschwunden“, aber viel unauffälliger als früher.
- Größerer Akku ohne dickeres Gerät: Wird international als echter Fortschritt gesehen, nicht als kosmetisches Update.
- Reiferes Gesamtpaket: Der Ton in vielen Hands-ons ist nicht „krasses Zukunftsgerät“, sondern eher „Samsung hat sein Fold endlich zu Ende gebaut“.
- Stärkerer Kamera-Fokus: Besonders der Sprung beim Ultraweitwinkel wird oft als sinnvoller als reine Megapixel-Show eingeordnet.
Wiederkehrende Kritikpunkte
- Der Preis bleibt absurd hoch: In Deutschland startet das Gerät bei 2.199 Euro UVP. In den USA sind es 2.099,99 Dollar.
- Kein S Pen: Samsung bestätigt selbst, dass das Fold8 Ultra keinen S Pen unterstützt. Für ein Produktivitätsgerät ist das kein kleines Detail, sondern ein echter Dämpfer.
- Keine eingebauten Magneten / kein bequemes Qi2-Erlebnis ab Werk: Offizielles Zubehör arbeitet mit Magnet-Cases, aber im Gerät selbst steckt diese Bequemlichkeit nicht drin.
- Öffnen offenbar weiter nicht ganz locker: Netzwelt schreibt nach dem Hands-on, das Gerät lasse sich weiterhin recht schwer öffnen.
Was noch fehlt
Es gibt aktuell keine belastbaren Langzeiterfahrungen zu Akkualterung, Scharnierverhalten nach Monaten, Staubempfindlichkeit im Alltag oder echter Kameraqualität im Dauereinsatz. Alles, was du gerade liest, ist im Kern Launch-Day-Material plus erste Hands-ons. Genau deshalb würde ich derzeit keine künstliche „Praxistest“-Sicherheit vorspielen.

Die wichtigste Kaufentscheidung: Fold8 Ultra oder lieber etwas Vernünftigeres?
| Gerät | Display | Kamera | Akku / Gewicht | UVP / Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|
| Galaxy Z Fold8 Ultra | 8,0 Zoll innen 6,5 Zoll außen |
200 MP Hauptkamera 50 MP Ultraweitwinkel 10 MP Tele (3×) |
5.000 mAh ca. 215 g |
ab 2.199 € Für Multitasking und Content-Produktion auf maximaler Fläche |
| Galaxy Z Fold8 | 7,6 Zoll innen 5,5 Zoll außen |
50 MP Hauptkamera 50 MP Ultraweitwinkel kein Tele |
4.800 mAh ca. 201 g |
ab 1.999 € Für Foldable-Fans, denen ein leichteres Gerät wichtiger ist als Zoom |
| Galaxy S26 Ultra | 6,9 Zoll klassisches Smartphone |
200 MP Hauptkamera 50 MP Ultraweitwinkel 3×- und 5×-Tele |
5.000 mAh ca. 214 g |
günstigere Alternative Für Kamera, Robustheit und High-End ohne Faltmechanik |
Technische Daten und UVP laut Samsung Deutschland, Stand 23. Juli 2026. Preise im Handel können abweichen.
Wenn du vor allem Fotos machst, Navigation nutzt, Mails schreibst, Social Media checkst und mal ein Video schaust, brauchst du dieses Gerät nicht. Dann ist ein klassisches Flaggschiff vernünftiger.
Wenn du aber regelmäßig mit mehreren Apps parallel arbeitest, unterwegs PDFs liest, Inhalte prüfst, Bilder grob bearbeitest, Notizen sammelst oder oft zwischen Smartphone und kleinem Tablet schwankst, dann ist das Fold8 Ultra erstmals in einer Region, in der ich den Gedanken nachvollziehen kann. Falls dich eher ungewöhnliche Foldable-Konzepte reizen, lohnt sich auch meine Einordnung zum Samsung Galaxy Z TriFold.
Meine Einschätzung: Für wen das Galaxy Z Fold8 Ultra passt
Das passt, wenn du …
- unterwegs wirklich produktiv auf großem Display arbeitest
- ein Foldable nicht als Showpiece, sondern als Hauptgerät nutzen willst
- die Kamera nicht als Pflichtübung, sondern als echtes Kaufargument siehst
- bereit bist, für Komfort und Formfaktor sehr viel Geld zu zahlen
Das passt eher nicht, wenn du …
- einfach nur das „beste Samsung“ suchst
- mit einem normalen Ultra-Smartphone längst glücklich bist
- auf Stiftbedienung gehofft hast
- maximale Robustheit und möglichst wenig Risiko willst
Mein Fazit
Das Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra ist für mich kein Revolution-Gerät. Aber es ist ein entscheidender Reifeschritt. Genau das macht es interessant.
Samsung hat nicht den einen verrückten Partytrick eingebaut, sondern mehrere der nervigsten Foldable-Baustellen gleichzeitig angefasst: sichtbarere Falz, zu knapper Akku, Spiegelungen, Kamera-Kompromisse und Ladegeschwindigkeit. Das ist schlauer als irgendein weiteres KI-Feuerwerk.
Trotzdem bleibe ich bei meiner ehrlichen Einordnung: Für die breite Masse ist das Teil weiterhin zu teuer und zu speziell. Wer ein normales Top-Smartphone will, fährt mit einem klassischen High-End-Gerät meist vernünftiger. Wer dagegen seit Jahren auf den Moment wartet, in dem ein Samsung-Fold endlich nicht mehr wie Beta-Hardware wirkt, sollte sich das Fold8 Ultra genauer ansehen.
Nicht aus Hype. Sondern weil Samsung dieses Mal zum ersten Mal wirklich nah dran ist.
Wer wissen möchte, welche Technik bei mir nach dem ersten Hype tatsächlich übrig bleibt, findet dazu passend die Übersicht über die acht Geräte, die ich 2025 wirklich nutze.
Häufige Fragen zum Galaxy Z Fold8 Ultra
Lohnt sich das Galaxy Z Fold8 Ultra für die meisten?
Eher nicht. Der Preis ist extrem hoch und viele Nutzer profitieren im Alltag zu wenig vom großen Innendisplay.
Ist die Falz beim Galaxy Z Fold8 Ultra wirklich weg?
Nein. Nach den ersten Hands-ons ist sie aber deutlich weniger sichtbar als bei früheren Generationen und im Alltag wohl viel weniger störend.
Unterstützt das Galaxy Z Fold8 Ultra den S Pen?
Nein. Samsung bestätigt offiziell, dass das Gerät keinen S Pen unterstützt.[7]
Ist das schon ein fertiger Kauf-Tipp?
Noch nicht komplett. Für einen harten Kauftipp fehlen Langzeiterfahrungen zu Akku, Haltbarkeit, Scharnier und Kamera im Alltag.
Quellen und Stand
- Samsung Newsroom Deutschland: Vorstellung und Datenübersicht, 22.07.2026
- Samsung Deutschland: Produktseite zum Galaxy Z Fold8 Ultra, Abruf 23.07.2026
- The Verge: Hands-on zum Galaxy Z Fold8 Ultra, 22.07.2026
- Netzwelt: erster Test/Hands-on, 22.07.2026
- Samsung Global Newsroom: First Look, 22.07.2026
- WIRED: Kaufberatung und Modellvergleich, 22.07.2026
- Samsung Deutschland: FAQ und Produktangaben, Abruf 23.07.2026
Bildnachweise
Produkt- und Anwendungsbilder: Samsung Electronics, Samsung Global Media Library – Galaxy Z Fold8 Ultra, Fold8 und Flip8, 22.07.2026. Verwendet wurden die dort für Medienveröffentlichungen bereitgestellten, unveränderten Pressebilder (Abruf: 23.07.2026).
Informations- und Softwarestand: 23.07.2026, Android 17 / One UI 9.
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