Samsung macht beim Galaxy SmartTag3 aus einem eher geschlossenen Galaxy-Zubehör erstmals einen deutlich universelleren Tracker. Das neue Modell ist kleiner, leichter, unterstützt erstmals zentrale Funktionen auch auf iOS und erweitert die direkte Richtungsortung deutlich. Der Haken für deutsche Käufer: Hierzulande soll der SmartTag3 erst Anfang 2027 starten.

Damit entsteht eine ungewöhnliche Kaufentscheidung. Der SmartTag2 ist heute verfügbar und für reine Galaxy-Haushalte weiterhin brauchbar. Der SmartTag3 löst dagegen mehrere echte Schwächen des Vorgängers, kann in Deutschland aber noch nicht einfach regulär gekauft werden.

Das Wichtigste in Kürze
  • SmartTag3: rund 35 Prozent kleiner und 33 Prozent leichter als der Vorgänger.
  • iOS: erstmals können auch iPhone-Nutzer zentrale Samsung-Find-Funktionen verwenden.
  • Ortung: Bluetooth 6.0 Channel Sounding liefert unter Idealbedingungen Richtungs- und Distanzhinweise bis 60 Meter.
  • Akku: bis 550 Tage Standardbetrieb, bis 790 Tage im Energiesparmodus.
  • Deutschland: Marktstart Anfang 2027.

SmartTag3 gegen SmartTag2: die wichtigsten Unterschiede

Merkmal Galaxy SmartTag3 Galaxy SmartTag2
Deutschlandstart Anfang 2027 bereits erhältlich
Bauform ca. 35 % kleiner, 33 % leichter größer und schwerer
Plattformen Galaxy plus ausgewählte iOS-Funktionen Galaxy-Ökosystem
Richtungsortung Bluetooth 6.0 Channel Sounding bis 60 m plus UWB UWB-Nahortung
Akkulaufzeit bis 550 Tage, bis 790 Tage im Energiesparmodus lange Laufzeit mit wechselbarer Knopfzelle
Netzwerk Samsung Find SmartThings Find / Galaxy-Netzwerk

Die Unterschiede sind größer, als es die Modellnummer vermuten lässt. Samsung verändert nicht nur Gehäuse und Funktechnik, sondern auch die Plattformstrategie. Für einen Tracker, der oft jahrelang am Schlüssel oder im Gepäck hängt, kann genau das wichtiger sein als eine einzelne zusätzliche Funktion.

Der SmartTag2 bleibt vor allem dann attraktiv, wenn bereits ein kompatibles Galaxy-Smartphone vorhanden ist und der Preis deutlich fällt. Wer neu in das System einsteigt oder einen gemischten Haushalt mit iPhones und Galaxy-Geräten hat, sollte den Nachfolger genauer ansehen.

Der größte Sprung ist nicht die Größe, sondern iOS

Der SmartTag2 war im Kern Zubehör für Menschen, die ohnehin ein kompatibles Galaxy-Smartphone benutzen. Der SmartTag3 kann nun auch auf iOS-Geräten in Samsung Find angezeigt und geteilt werden. Für Familien, in denen Android und iPhone nebeneinander genutzt werden, ist das ein echter Fortschritt.

Vollständig gleichwertig ist die iOS-Nutzung allerdings nicht. Samsung nennt Einschränkungen bei einzelnen Komfortfunktionen wie Compass View, „Telefon anrufen“ und der Zurücklass-Warnung. Wer ein iPhone als einziges Hauptgerät nutzt, bekommt deshalb keinen AirTag-Ersatz mit identischem Funktionsumfang.

Der Nutzen liegt eher darin, dass ein gemeinsamer Tracker-Pool im Haushalt realistischer wird. Ein Koffer kann etwa von einem Galaxy-Nutzer eingerichtet und mit einem iPhone-Nutzer geteilt werden, ohne dass die Plattformgrenze sofort alles blockiert.

Bis zu 60 Meter Richtungsortung verändern die Suche

Spannend ist Bluetooth 6.0 Channel Sounding. Unter optimalen Sichtbedingungen nennt Samsung bis zu 60 Meter für Distanz- und Richtungshinweise. Das soll ungefähr dreimal so weit reichen wie die entsprechende direkte Suche der Vorgängergeneration. In unmittelbarer Nähe übernimmt UWB für die präzisere Ortung.

Im Alltag bedeutet das nicht, dass jeder verlorene Schlüssel auf 60 Meter exakt gefunden wird. Wände, Menschen, Fahrzeuge und Funkstörungen reduzieren die Reichweite. Der praktische Vorteil liegt darin, dass ein Tracker früher eine brauchbare Richtung liefern kann, bevor die klassische Nahortung übernimmt.

Auch die Gerätekompatibilität ist wichtig. Neue Funkverfahren benötigen passende Hardware im Smartphone. Der SmartTag3 ist damit in einigen Punkten moderner als viele Geräte, mit denen er später gekoppelt werden könnte.

Akkulaufzeit, Größe und Alltag

Samsung nennt bis zu 550 Tage Standardnutzung und bis zu 790 Tage im Energiesparmodus. Die CR2032-Knopfzelle bleibt austauschbar. Das ist sinnvoller als ein fest verbauter Akku, weil der Tracker nach einigen Jahren nicht wegen einer gealterten Zelle ersetzt werden muss.

Mindestens genauso wichtig ist die kleinere Bauform. Ein Tracker, der weniger am Schlüsselbund aufträgt und leichter in Gepäck oder Rucksack verschwindet, wird eher dauerhaft verwendet. Genau das entscheidet bei Ortungszubehör über den praktischen Nutzen.

Der Energiesparmodus ist allerdings kein kostenloser Bonus. Bestimmte Komfortfunktionen werden eingeschränkt. Wer maximale Laufzeit möchte, sollte deshalb prüfen, welche Funktionen im Alltag tatsächlich benötigt werden.

Solltest du auf den Deutschlandstart warten?

Wer heute einen Tracker für ein reines Galaxy-Setup benötigt, muss nicht zwangsläufig bis Anfang 2027 warten. Der SmartTag2 ist verfügbar, funktioniert im bestehenden Netzwerk und dürfte mit dem nahenden Nachfolger preislich interessanter werden.

Warten lohnt sich eher, wenn iPhones im Haushalt eine Rolle spielen, wenn die größere Richtungsreichweite wichtig ist oder wenn ein möglichst kompakter Tracker gesucht wird. Einen Import würde ich nur empfehlen, wenn Samsung die regionale Kompatibilität für das konkrete Modell eindeutig bestätigt. Bei Trackern sind App-, Netzwerk- und Regionsfunktionen wichtiger als die Hardware allein.

Fazit: Für gemischte Haushalte ist der SmartTag3 ein großer Schritt

Der SmartTag3 ist kein kosmetisches Update. iOS-Unterstützung, größere Richtungsreichweite, kleineres Gehäuse und neue Warnfunktionen machen ihn universeller. Für bestehende SmartTag2-Nutzer in einem reinen Galaxy-Haushalt entsteht trotzdem kein akuter Wechselzwang.

Wer neu kauft und warten kann, sollte den deutschen Marktstart Anfang 2027 im Blick behalten. Wer jetzt einen günstigen Galaxy-Tracker braucht, kann den SmartTag2 weiterhin sinnvoll nutzen.

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Häufige Fragen

Wann kommt der Galaxy SmartTag3 nach Deutschland?

Samsung nennt Anfang 2027 als deutschen Marktstart.

Funktioniert der SmartTag3 mit dem iPhone?

Ja, erstmals unterstützt ein Galaxy SmartTag auch iOS. Einige Funktionen bleiben dort eingeschränkt.

Wie lange hält die Batterie?

Samsung nennt bis zu 550 Tage im Standardbetrieb und bis zu 790 Tage im Energiesparmodus.

Quellen & Bildnachweise

  1. Samsung Newsroom Deutschland: Galaxy SmartTag3

Bildnachweis: © Samsung Electronics. Samsung Newsroom Deutschland.