ASUS bringt mit dem ROG Xbox Ally X20 eine Jubiläumsversion seines Windows-Handhelds nach Deutschland. Das Gerät kostet 1.399 Euro und liegt damit 400 Euro über dem weiterhin angebotenen Xbox Ally X für 999 Euro. Dafür gibt es ein neues 7,4-Zoll-OLED, den Ryzen AI Z2 Extreme, überarbeitete Kühlung, neue Bedienelemente und ein auffälliges transparent-schwarzes Jubiläumsdesign.
Die Frage ist damit ungewöhnlich hart: Ist das X20 ein sinnvoller technischer Sprung oder vor allem ein teures Enthusiastenmodell? Wer bereits ein Ally X besitzt, sollte besonders genau hinschauen, denn 24 GB RAM und 1 TB SSD bietet auch das günstigere Modell.
Das Wichtigste in Kürze
- X20: 1.399 Euro mit 7,4-Zoll-OLED und Ryzen AI Z2 Extreme.
- Ally X: bleibt für 999 Euro erhältlich und ist damit 400 Euro günstiger.
- OLED: 120 Hz, VRR, Dolby Vision und bis zu 1.400 Nit Peak-Helligkeit.
- Empfehlung: X20 für OLED- und Enthusiastenfans, Ally X für das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
ROG Xbox Ally X20 und Xbox Ally X im direkten Vergleich
Der Aufpreis von 400 Euro ist groß genug, dass sich der Kauf nicht mit einem einzelnen Datenblattpunkt erklären lässt. Speicher und RAM sind nahezu auf demselben Niveau. Der sichtbare Unterschied beginnt beim OLED-Display und setzt sich bei Prozessor, Kühlung und Bedienung fort.
Das ist wichtig, weil ein Handheld anders bewertet werden sollte als ein Desktop-PC. Bildschirm, Ergonomie und Akkueffizienz bestimmen die tägliche Erfahrung mindestens so stark wie ein Benchmark.
Das OLED-Display ist der stärkste Grund für das X20

ASUS verbaut ein 7,4-Zoll-ROG-Nebula-HDR-OLED mit Full-HD-Auflösung, 120 Hz und FreeSync Premium Pro. Das Panel unterstützt Dolby Vision und soll eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.400 Nit erreichen.
Auf einem Handheld fällt OLED besonders deutlich auf. Schwarze Bereiche bleiben tatsächlich dunkel, Kontrast wirkt höher und Spiele mit vielen Nacht- oder Weltraumszenen profitieren sichtbar. Auch die schnelle Reaktionszeit ist bei Shootern und Rennspielen angenehm.
Das Ally X besitzt bereits ein gutes 120-Hz-Display mit VRR. Wer hauptsächlich helle Strategiespiele oder Indie-Titel spielt, bekommt deshalb keinen völlig neuen Erlebnislevel. Bei bildstarken AAA-Spielen ist OLED dagegen das überzeugendste Upgrade des X20.
Die Frage bleibt der Preis: 400 Euro Mehrpreis nur für OLED wären zu viel. Das Display ist deshalb der stärkste, aber nicht der einzige Grund für das X20.
Ryzen AI Z2 Extreme: Mehr Leistung, aber kein Desktop-Ersatz
Der Ryzen AI Z2 Extreme ist AMDs neue High-End-Plattform für Gaming-Handhelds. ASUS kombiniert ihn mit 24 GB schnellem LPDDR5X-8000 und einer 1-TB-M.2-2280-SSD, die sich vergleichsweise unkompliziert aufrüsten lässt.
Bei mobilen PCs ist Spitzenleistung allerdings nur die halbe Wahrheit. Entscheidend ist, wie viel Leistung bei begrenzter TDP und Akkubetrieb dauerhaft gehalten werden kann. ASUS hat deshalb auch das Intelligent Cooling überarbeitet und führt Luft gezielter zur APU.
AAA-Spiele werden trotzdem nicht automatisch in maximalen Details und nativer Auflösung mit 120 fps laufen. Upscaling, Frame Generation und angepasste Qualitätseinstellungen bleiben Teil der Handheld-Erfahrung.
Wer überwiegend ältere oder weniger anspruchsvolle Spiele nutzt, wird den Prozessorunterschied zum Ally X deutlich weniger spüren. Für neue AAA-Titel und längere Lebensdauer bietet die stärkere Plattform dagegen mehr Reserve.
TMR-Sticks, D-Pad und Trigger: kleine Änderungen mit täglicher Wirkung
ASUS überarbeitet die Eingabeelemente. TMR-Joysticks sollen mechanische Abweichungen und langfristigen Drift reduzieren. Das D-Pad lässt sich zwischen Vier- und Acht-Wege-Charakter verändern, hinzu kommen neu geformte Bumper und Impuls-Trigger.
Solche Änderungen wirken im Datenblatt weniger spektakulär als ein neuer Chip, können aber täglich wichtiger sein. Ein Handheld wird direkt in den Händen gehalten. Schlechte Sticks oder unbequeme Trigger lassen sich nicht wie bei einem Desktop-PC durch einen anderen Controller umgehen, ohne den Mobilitätsvorteil zu verlieren.
Besitzer eines Ally X sollten deshalb nicht nur Benchmarks vergleichen, sondern wenn möglich beide Geräte in die Hand nehmen. Ergonomie ist stark subjektiv.
Windows bleibt gleichzeitig Stärke und Schwäche
Windows 11 macht das Gerät flexibel. Steam, Xbox, Epic, Battle.net und andere Stores laufen auf derselben Hardware. Auch Mods, Emulatoren und normale Desktopprogramme sind möglich.
Genau diese Freiheit sorgt aber dafür, dass Windows auf einem kleinen Touchdisplay gelegentlich umständlicher bleibt als SteamOS oder eine klassische Konsolenoberfläche. ASUS verbessert Armoury Crate SE, individuelle Tastenbelegung und einen Reisemodus, aber das grundlegende Betriebssystem bleibt Windows.
Wer ausschließlich spielen möchte, sollte deshalb prüfen, wie wichtig die freie Store-Auswahl wirklich ist. Wer das Gerät zusätzlich als kleinen PC nutzt, bekommt mit Windows einen klaren Vorteil.
Akkulaufzeit: Leistungsplus bedeutet nicht automatisch längere Spielzeit
ASUS bewirbt eine lange Laufzeit, konkrete Spielzeiten schwanken aber enorm. Ein Indie-Spiel bei 10 bis 15 Watt kann mehrere Stunden laufen, während ein aktuelles AAA-Spiel bei hoher TDP den Akku deutlich schneller leert.
OLED kann bei dunklen Inhalten effizient sein, der stärkere Chip kann unter Last wiederum mehr Energie benötigen. Deshalb sollte man keine pauschale Aussage treffen, dass das X20 wegen neuerer Technik länger läuft.
Für Reisen sind Leistungsprofile wichtiger als maximale Geschwindigkeit. Wer im Zug oder Flugzeug spielt, kann Bildrate und TDP begrenzen und damit wesentlich mehr Laufzeit gewinnen.
Das 2.599-Euro-Bundle mit XREAL-Brille ist ein Spezialfall

ASUS verkauft zusätzlich ein Bundle für 2.599 Euro mit ROG XREAL R1 Edition 20, dbrand Killswitch, 68-Watt-Netzteil und maßgeschneidertem Pelican Case. Die AR-Brille erzeugt einen virtuellen Großbildschirm und arbeitet mit Micro-OLED.
Das ist technisch spannend, aber keine rationale Standardempfehlung. Für 2.599 Euro konkurriert das Paket mit leistungsfähigen Gaming-Laptops und kompletten Desktop-Setups.
Interessant ist das Bundle für Sammler, häufige Reisende oder Nutzer, die bewusst einen sehr großen virtuellen Bildschirm unterwegs möchten. Wer nur das beste Handheld sucht, sollte das Zubehör nicht in die Entscheidung hineinziehen.
Für wen lohnt sich das X20 wirklich?
Wer noch kein Windows-Handheld besitzt und OLED unbedingt möchte, bekommt mit dem X20 das attraktivste Gerät der ASUS-Xbox-Familie. Auch das Jubiläumsdesign hat für Fans einen echten Sammlerwert.
Wer bereits ein Ally X besitzt, sollte zurückhaltender sein. Arbeitsspeicher und Speicher sind ähnlich, und viele Softwareverbesserungen könnten auch bestehende Geräte erreichen. Dann bleiben vor allem Display, Prozessor, Eingabegeräte und Design.
Preisbewusste Käufer erhalten mit dem Ally X weiterhin sehr viel Hardware für 400 Euro weniger. Dieses Geld kann in eine größere SSD, Dockingstation, Controller oder Spiele fließen.
Fazit: Das X20 ist besser, aber das Ally X bleibt vernünftiger
Das ROG Xbox Ally X20 ist technisch das spannendere Handheld. OLED, neue APU und überarbeitete Eingabe machen es zum Spitzenmodell. Der Preis von 1.399 Euro verhindert jedoch eine uneingeschränkte Empfehlung.
Für Enthusiasten, OLED-Fans und Sammler ist das X20 nachvollziehbar. Für die meisten Spieler bleibt das Xbox Ally X zum niedrigeren Preis die bessere Balance aus Leistung und Kosten.
Wer schon ein Ally X besitzt, sollte nur wechseln, wenn OLED und die neue Hardware konkret etwas lösen, das am bisherigen Gerät stört. Ein reines „neuer ist besser“ reicht bei 400 Euro Aufpreis nicht.
Produktabbildung
Für den Handheld-Vergleich
ASUS ROG Xbox Ally X RC73XA
Der ROG Xbox Ally X bietet einen konkreten Vergleichspunkt, wenn du Leistung und Ausstattung des X20 einordnen willst.
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Häufige Fragen
Was kostet das ROG Xbox Ally X20 in Deutschland?
ASUS nennt 1.399 Euro für das Stand-alone-Gerät. Das Bundle mit ROG XREAL R1 Edition 20, Case und Zubehör kostet 2.599 Euro.
Ist das Display wirklich OLED?
Ja. Das X20 nutzt ein 7,4-Zoll ROG Nebula HDR OLED mit Full-HD-Auflösung, 120 Hz, VRR und Dolby Vision.
Lohnt sich das Upgrade vom Xbox Ally X?
Für die meisten Besitzer nicht zwingend. Das X20 ist vor allem wegen OLED, stärkerer Plattform, überarbeiteten Eingabeelementen und Design interessant, während RAM und Speicher sehr ähnlich bleiben.
Ist das X20 eine echte Xbox-Konsole?
Nein. Es ist ein Windows-11-Handheld mit Xbox-orientierter Oberfläche. Dadurch kann es PC-Stores und Windows-Programme nutzen, verhält sich aber nicht exakt wie eine klassische Xbox.
Kann man die SSD aufrüsten?
ASUS setzt auf eine M.2-2280-SSD. Das ist ein verbreiteter Formfaktor und macht spätere Speicher-Upgrades einfacher als bei proprietären Lösungen.
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